In diesem Monat untersucht unser Kolumnist den scheinbaren Widerspruch zwischen sinkenden Besucherzahlen in den Kinos und dem wachsenden Erfolg von Filmfestivals.
Es gab eine Zeit, in der ein Kinobesuch eine fast wöchentliche Aktivität war. Die dunklen Säle waren Orte, an denen man sich versammelte, Räume, in denen man kollektive Emotionen erlebte. Der deutsche Philosoph Walter Benjamin stellte 1936 fest, dass die siebte Kunst vielleicht die einzige Massenkunstform sei, da ihre zehnfache Reproduzierbarkeit ihre Verbreitung an Millionen von Menschen ermögliche, etwas, das weder Musik, Theater, Malerei noch Literatur erreichen könnten (zumindest damals).
Das Fernsehen und später das Streaming haben die Verbreitungsfähigkeit dieser Form des künstlerischen Ausdrucks noch weiter verstärkt. Paradoxerweise haben die Plattformen dieses Gefühl der kollektiven Erfahrung jedoch weitgehend abgeschwächt, indem sie
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