«Coco», eine rührende Ode an die Familie

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geschrieben von Loris S. Musumeci · 13. Dezember 2017 · 0 Kommentare

Mittwochs im Kino - Loris S. Musumeci

«Was werden wir mit dem Jungen machen können?»

Miguel Rivera ist ein Kind aus der mexikanischen Kleinstadt Santa Cecilia. Von dort trägt er ein starkes Familiengefühl in sich. Im Vorfeld des unumgänglichen Dia de los Muertos - das Fest der Toten - alles wurde vorbereitet, um den Rivera-Ahnen eine gute jährliche Rückkehr zu bereiten, indem Opfergaben dargebracht und die Fotografie jedes verstorbenen Mitglieds auf dem Hausaltar ausgestellt wurde.

Nur eine Figur thront nicht als Effigie: die des Vaters von Mama Coco, die Ururgroßmutter und Vertraute von Miguel. Die mysteriöse Person soll ihre Familie verlassen haben, um ihrer Bestimmung zu folgen: der Musik. Da sie als verflucht galt, wurde die Musik selbst von der Familie völlig verbannt und gehasst. Dabei träumt der Junge von nichts anderem, als Musiker zu werden. Heimlich.

Nicht nur der Animationsfilm von Lee Unkrich, dem Schöpfer von Toy Story, überrascht durch die Tiefe seiner Handlung, behandelt jedoch ein ebenso vernachlässigtes wie zentrales Thema: die Familie und ihre Traditionen. Auf den ersten Blick wirkt sie erdrückend und schränkt das Schicksal des Kindes ein, doch im Laufe der Geschichte wird deutlich, wie wichtig sie für dessen persönliche Entwicklung ist. Zudem haben familiäre Regeln ihre Gründe; und Miguels Reife wird gerade darin bestehen, sie zu akzeptieren, ohne die gesunde Rebellion fortzusetzen, die ganz zu Beginn der Pubertät auftritt.

Um dieses zentrale Thema herum drehen sich auch gesellschaftliche Fragestellungen wie der Weggang eines Vaters, die Erziehung eines Kindes in Einsamkeit und die zentrale Rolle, die dabei der Akt der Vergebung einnimmt. Es ist erstaunlich, dass Disney, das manchmal eine vereinfachende Sicht auf die Welt gezeigt hat, die für junge Zuschauer schädlich sein kann, sich eines solchen Szenarios annimmt und es mit großer pädagogischer Kompetenz behandelt. Coco sagt nämlich, dass die Familie tragisch ist, das heißt, dass sie uns überfordert – durch ihre unveränderliche Abstammungslinie eines Menschen auf der Suche nach Sinn.

Neben der Tiefe des Zeichentrickfilms, der Kinder auf ehrliche Weise anspricht, überzeugt die von Pixar geprägte Grafik weiterhin durch ihre Klarheit und eine immer feinere digitale Bildgestaltung. Die Szenen sind meist von eher dunklen Farbtönen geprägt, wodurch die Lichtakzente – sei es durch orangefarbene Blütenblätter oder einfach durch die Augen der Figuren – besonders strahlen. Und schließlich die Musik und der Ton alegria Die lateinischen Elemente tragen zur emotionalen Wirkung bei, indem sie die Zeichnung noch lebendiger und die Szene noch packender machen.

«Ich bin mir sicher, dass wir diese Liebe für immer erleben werden.»

Schreiben Sie dem Autor : loris.musumeci@leregardlibre.com

Bildnachweis: © themovieelite.com

 

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