Fifty Shades More Lächerlich

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geschrieben von Jonas Follonier · 14. Februar 2018 · 0 Kommentare

Les mercredidis du cinéma - Jonas Follonier

Das Ehepaar Grey ist wieder auf der Leinwand zu sehen. Der dritte und letzte Film einer Saga, die - so hoffen wir - in der Versenkung verschwindet, beginnt mit der pompösen Hochzeit von Christian und Anastasia. Es folgt eine Hochzeitsreise nach Paris und dann an den Strand - angesichts so vieler Klischees denkt man sofort an Flaubert und seine Dictionary of received ideas oder Katalog der schicken Meinungen : «PARIS: Die große Prostituierte. Paradies für Frauen, Hölle für Pferde. [...] ITALIEN: Muss sich sofort nach der Hochzeit treffen. Gibt viele Enttäuschungen, ist nicht so schön, wie man sagt».»

Und schon geht es wieder los mit den Handschellen und den Prügel, die erotischen Szenen (was für ein Witz) und die sexuelle Besitzgier häufen sich. Im Saal denken wir über den Artikel nach, den wir schreiben werden, und fragen uns, was wir wohl in unser Notizbuch schreiben sollen. Während Anna ihrem Mann tragisch vorwirft: «Du hast mir den Orgasmus verwehrt!», haben wir Zeit, unseren Tag gedanklich noch einmal Revue passieren zu lassen, bevor wir unsere Aufmerksamkeit wieder auf die Leinwand richten und amüsiert beobachten, wie die Paare neben uns ihr Popcorn verschlingen.

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Ganz ehrlich: Man fragt sich, wie ein so erbärmlicher Film die Massen anziehen kann. So viel Unsinn, Dilettantismus und vor allem Inhaltslosigkeit – es ist schon lange her, dass wir das Glück und die Ehre hatten, so etwas mitzuerleben. Oft wird zwischen Autorenfilmen und Unterhaltungsfilmen unterschieden. Das Problem ist jedoch, dass Fünfzig Schattierungen heller gehört nicht einmal zur zweiten Kategorie. Das ist der entscheidende Punkt: Man langweilt sich, ganz anders als bei einem guten alten Actionfilm, so klischeehaft er auch sein mag!

Schreiben Sie dem Autor : jonas.follonier@leregardlibre.com

Fotocredit: © Universal Pictures

Jonas Follonier
Jonas Follonier

Bundeshauskorrespondent für «L'Agefi», Singer-Songwriter, Jonas Follonier ist Gründer und Chefredakteur von «Regard Libre».

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