«Jalouse» - eine Karin Viard in der Midlife-Crisis

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geschrieben von Jonas Follonier · 22 November 2017 · 0 Kommentare

Les mercredidis du cinéma - Jonas Follonier

Eifersüchtig ist der neue Spielfilm von David und Stéphane Foenkinos. Der Film ist ein französisches Drama und handelt von einer Frau, die sich der Menopause nähert. Wie Der Figaro, In Frankreich wird dieses Thema immer häufiger aufgegriffen: «De Die Morgenröte von Blandine Lenoir bis Rückkehr zu meiner Mutter von Eric Lavaine bis hin zu Die Zukunft von Mia Hansen-Love, scheint das französische Kino nicht abgeneigt zu sein, dieses auf den ersten Blick halsbrecherische Thema zu behandeln».

Die Leute in die Pfanne hauen? Der Begriff ist von der rechten Tageszeitung gut gewählt. Denn auch wenn das behandelte Thema ernst und interessant ist, birgt es aufgrund seiner Einseitigkeit ein filmisches Risiko. Das ist der Nachteil aller Werke mit psychologischer Tendenz, die eine Frage, die den Charakter eines der Protagonisten berührt, über die Dauer eines Films ausdehnen. Die Foenkinos-Brüder sind halb in die Falle getappt und haben sich auf Kosten der Handlung um die Besetzung gekümmert. Erklärungen.

Karin Viard, auf bemerkenswerte Weise unsympathisch

Zunächst ist anzumerken, dass die Figur der Nathalie Pêcheux, gespielt von Karin Viard, von Anfang bis Ende auf der Leinwand zu sehen ist. Das natürliche Schauspiel dieser Schauspielerin, die bereits mit zwei Césars ausgezeichnet wurde, ist daher eine notwendige und hinreichende Voraussetzung dafür, dass Eifersüchtig hält sich wacker. Die Frau, die sie verkörpert, ist eine Literaturlehrerin, die kurz vor der 50 steht und die, frisch geschieden, fast von heute auf morgen eifersüchtig auf ihre eigene Tochter und die neue Frau ihres Ex-Mannes wird. Durch dieses Unbehagen, das sie sich nur halb eingesteht, wird sie sich immer einsamer fühlen, da ihr Umfeld sie nicht mehr ertragen kann.

Gerade in diesem Umfeld hätte man sich eine häufigere Präsenz des Ex-Mannes gewünscht, der von dem hervorragenden Thibault de Montalembert gespielt wird, der unter anderem für seine Rolle in der Serie bekannt ist Zehn Prozent, dessen erste Staffel letztes Jahr auf France 2 ausgestrahlt wurde. Der Logik des Films entsprechend bleiben die Nebendarsteller jedoch im Hintergrund, um der einzigen Protagonistin, die diesen Namen verdient, den Vortritt zu lassen. Diese Rolle übernimmt Karin Viard auf spektakuläre Weise und verkörpert den Bovaryismus ihrer Figur bis in die kleinste Gesichtsfalte hinein.

Ein durchschnittliches Szenario

Wer kein begeisterter Fan dieser Schauspielerin ist, dem wird der Film lang, ja sogar etwas langatmig vorkommen. Das liegt zweifellos am Drehbuch. Mit seinen zahlreichen abgedroschenen Witzen und vorhersehbaren Wendungen wird es den Darstellern nicht gerecht. Neben Karin Viard und Thibault de Montalembert kann der Zuschauer die Frische von Anaïs Demoustier bewundern, die vor Schönheit strahlt, und würde sich gerade von ihr gerne etwas mehr wünschen. Das Klischee der dynamischen jungen Lehrerin, das sie aufgrund des Drehbuchs verkörpern muss, enttäuscht.

Das Gleiche gilt für Nathalies beste Freundin, wobei auch hier die Schauspielerin Anne Dorval deutlich besser ist als der Film. Dennoch muss man zugeben, dass der Film immerhin das Verdienst hat, an den Wert einer echten Freundschaft zu erinnern, die nicht auf Offenheit, sondern auf Wohlwollen beruht. Zudem verzichtet der neue Spielfilm der Brüder Foenkinos trotz seiner Längen darauf, moralisierend zu wirken; er zieht Komplexität den Plattitüden vor und beschränkt sich auf die Probleme, ohne Lösungen anzubieten.

Alles in allem lohnt es sich also für jeden Liebhaber des französischen Kinos, sich diesen Film anzusehen – auch wenn man dabei kein Meisterwerk erwarten sollte. Jeder kann sich dann seine eigene Meinung bilden.

Schreiben Sie dem Autor : jonas.follonier@leregardlibre.com

Fotokredit: © Ecran Large

Jonas Follonier
Jonas Follonier

Bundeshauskorrespondent für «L'Agefi», Singer-Songwriter, Jonas Follonier ist Gründer und Chefredakteur von «Regard Libre».

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