Mélanie Richoz: «Dinge zu verschweigen ist eine Art, sie zu unterstützen»
Mélanie Richoz ©Indra Crittin
In ihrer neuen Erzählung Nani beschreibt die Wahl-Freiburgerin den Alltag einer Albanerin, die Opfer von häuslicher Gewalt wird. Ein Gespräch mit der Autorin über ihre Beziehung zur Familie, zu Einzelpersonen... und zum Schreiben, das für sie eine Notwendigkeit ist.
Der September ist der Monat des Neuanfangs: für die einen der berufliche, für andere der literarische, für mich der journalistische. An einem Samstagmorgen im September steigen meine Kollegin Indra und ich in den Zug: Richtung Bulle. Dort treffen wir die Autorin Mélanie Richoz, um uns über ihr neues Buch «Nani» auszutauschen – die Geschichte von Albina, einer albanischen Mutter, die in Freiburg lebt und an ihren Ehemann Burim „verkauft“ wurde. Als Opfer häuslicher Gewalt versucht Albina, sich zu emanzipieren und ihre Kinder vor der Gewalt ihres Vaters zu schützen. Dies gelingt ihr, als sie eine Stelle als Putzfrau bei Louisa Dey findet, einer Rentnerin
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