Literatur Chronik

Sexualität und Geschlecht bei Sappho: Ein neues erotisches Gedicht

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geschrieben von Claude Calame · 29. Oktober 2020 · 0 Kommentare

«Wie kann man jetzt nicht von Schwindel gepackt werden, hartnäckig, oh Cypris, Geliebte, egal wen man liebt, wie kann man nicht von dem Schmerz erlöst werden wollen, den du ihm auferlegst?

Warum soll ich mich vergeblich mit dem Verlangen, das mich in Panik versetzt, aufregen und zerreißen? Ich flehe dich an, Herrscherin, du tust mir so weh; früher warst du nicht [...] und du hast mich nicht [...] unterdrückt.

...] Du, ich will [......] das erleiden [......], was mich betrifft, ich bin mir dessen bewusst.»

(übersetzt von Sandra Boehringer und Claude Calame)

Dies ist die wörtliche Übersetzung der griechischen Verse, die kürzlich durch ein Papyrusfragment mysteriöser Herkunft überliefert wurden[1]. Die Verse, die im äolischen Dialekt von Lesbos verfasst wurden und uns in Textform vorliegen, sind metrisch in sogenannte sapphische Strophen gegliedert. Ihr Thema weist sie zweifelsfrei auf Sappho zurück. Sie wurden in das erste Buch der alexandrinischen Ausgabe der Dichterin von Lesbos eingefügt,

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