Schweiz Kommentar

Die «gewaltfreie» Besetzung oder das Oxymoron der Aktivisten

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geschrieben von Yann Costa · 08. Mai 2024 · 0 Kommentare

Pro-palästinensische Studenten campieren Tag und Nacht in der Universität Lausanne, um Druck auf das Rektorat auszuüben. Diese Aktivisten geben vor, friedlich zu sein. Dies ist nicht der Fall.

New York, Los Angeles, London, Berlin, Paris und schließlich Lausanne, Genf und Zürich. In den westlichen Ländern mobilisieren sich Tausende von Studierenden auf den Campus für Palästina. Das Ziel hier ist es nicht, den israelisch-palästinensischen Konflikt zu diskutieren, sondern die von diesen Studierenden angewandte Methode zu analysieren: eine «Besetzung», die sie als «gewaltfrei» bezeichnen. Diese Methode ist Teil des Ansatzes der ziviler Ungehorsam, so wie die Umweltaktivisten, die sich auf die Straßen kleben, um den Verkehr zu behindern und so ihre Botschaft zu vermitteln.

Besetzung der Universität Lausanne durch pro-palästinensische Aktivisten © Foto der Redaktion

An der Universität Lausanne ist die Strategie der Studierenden glasklar: Sie wollen das Geopolis-Gebäude Tag und Nacht illegal besetzen, bis ihre Forderungen – insbesondere der akademische Boykott israelischer Institutionen und eine klare Stellungnahme der Universität zum Konflikt – erfüllt sind. Die Aktivisten fordern nicht, sie verlangen. Indem sie sich weigern, das Gebäude zu verlassen, und durch ihre physische Präsenz das Rektorat ihrem Willen unterwerfen, üben sie zweifellos Gewalt aus. Zwar passive Gewalt, aber nicht weniger zwingend. Und der Beweis: Sie nehmen ausgerechnet den Ort der Debatte schlechthin als Geisel. Sie scheinen sich nicht für den Dialog zu interessieren, wie sie behaupten, sondern vielmehr für die Macht.

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Angesichts dieser Situation scheint das Rektorat nur zwei Optionen zu haben: den Forderungen der Aktivisten nachzugeben oder das Gebäude gewaltsam zu räumen – auf die Gefahr hin, der «polizeilichen Repression» bezichtigt zu werden. Durch eine Umkehrung der Rollen – man bedenke, dass es die Studierenden sind, die gegen das Gesetz verstoßen – geht das Gewaltmonopol somit vom Staat auf die Aktivisten über. Damit verliert es seine Legitimität. Auch wenn sich diese hinter dem Vorwand des Pazifismus verstecken, bleibt eine Besetzung per Definition gewalttätig. Und die pro-palästinensischen Aktivisten wissen das besser als jeder andere.

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