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Welt

Interview

Elgas: «Viktimisierung führt zu einer Form der Verantwortungslosigkeit».»15 Leseminuten

von Pablo Sánchez
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Der senegalesische Journalist und Schriftsteller Elgas, geboren 1988, lehnt die Kultur der Viktimisierung und des Anspruchsdenkens ab. Foto: Sophie Perrin Kamurasi

Das dekoloniale Denken hat die intellektuelle Geschichte des 20. Jahrhunderts tiefgreifend geprägt. Nach Ansicht des senegalesischen Journalisten und Schriftstellers Elgas hat es heute eine inquisitorische und ressentimentgeladene Wendung genommen.

El Hadj Souleymane Gassama, genannt Elgas, gehört zu den Denkern, deren Wortreichtum kein Kunstgriff ist, sondern ein Hebel zum Nachdenken. Sein von Humanismus geprägter Blick hinterfragt unermüdlich die intellektuellen und historischen Dynamiken, die den afrikanischen Kontinent durchziehen, wie seine Sendung «Afrique, mémoires d'un continent» auf RFI belegt.

2023 veröffentlichte Elgas Les bons ressentiments, einen gelieferten Essay, in dem er ein Abdriften des sogenannten «dekolonialen» Denkens anprangert, eines kritischen Ansatzes, der darauf abzielt, die Hinterlassenschaften des Kolonialismus innerhalb von Machtstrukturen, Wissen und Darstellungen zu analysieren und in Frage zu stellen. Laut dem senegalesischen Schriftsteller ist das Misstrauen

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