Pierre Maudet vom Volk legitimiert: Die Elite hat den Schwung verloren

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geschrieben von Jonas Follonier · 08 März 2021 · 0 Kommentare

In Genf belegt Pierre Maudet im ersten Wahlgang den zweiten Platz im Rennen um den Staatsrat. Seine ehemalige Partei, die Liberal-Radikale Partei (PLR), leidet darunter. Es sind jedoch die moralisierenden Journalisten, die sich heute am meisten in ihren kleinen Schuhen fühlen dürften. Diese Situation wirft ein Schlaglicht auf eine weitere Kluft zwischen der Medienelite und dem Volk.

Für einen Großteil der Westschweizer Medien gab es nur noch Pierre Maudet, der an sich selbst glaubte. Auf Maudet zu spucken, auf Schritt und Tritt an seine Reise nach Abu-Dahbi - die ihm am 22. Februar eine Verurteilung wegen Vorteilsannahme einbrachte - und seine Lügen zu erinnern und sich gleichzeitig über seine Beharrlichkeit, in der Politik bleiben zu wollen, lustig zu machen, war zum letzten Schrei geworden. Ebenso wie das Lob kurzer Wege oder die Unterstützung von Black Lives Matter. «Ach dieser Maudet ...» Auf einen Krankenwagen zu schießen ist an sich schon hässlich. Aber überspringen wir diesen Punkt.

Passons aussi sur cette nouvelle forme de sentence qui est la sentence populo-médiatique, faisant qu’un accusé, bien avant le procès, est déjà subtilement associé à un coupable dans l’imaginaire général. «Nos lecteurs en redemandent», clament certains journaux quand quelqu’un s’autorise à remettre en question leurs fameuses «enquêtes» flirtant avec la mise à mort de la présomption d’innocence. C’est vrai que le lectorat en redemande. Peut-être parce qu’il a été habitué à cela.

Der gemeinsame Feind als Voraussetzung für die Gruppe

Das kleine Tier ist nicht hier. Es ist vielmehr in der alten psychologischen Wahrheit zu suchen, dass eine Gruppe einen gemeinsamen Feind braucht, um sich zu formieren. Um zu den «guten Menschen» zu gehören, ist die meist unbewusste Methode, mit den Wölfen auf einen Sündenbock zu heulen, der als der letzte Dreckskerl dargestellt wird, genau richtig. Bevor ein anderer ausgewählt wird. Und dabei so tun, als sei der Rest der Welt gut und richtig.

An diesem 7. März erhielt Pierre Maudet im ersten Wahlgang der Genfer Staatsratswahlen 22,8% der Stimmen, womit er nach der Grünen Fabienne Fischer den zweiten Platz belegte. Er wurde aus seiner eigenen Partei - der Genfer FDP - geworfen und von Journalisten und anderen, die «gut denken» wollen, verspottet. Was die Eliten für eine ausgemachte Sache hielten, wurde zu einem unvorhergesehenen Szenario: Die Bevölkerung sprach sich gegen ihre Meinung aus!

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Le peuple a donc démocratiquement légitimé Maudet, considérant son action (déjà faite ou promise), sa stature et sa vision plus importantes que ses errances narcissiques et judiciaires. Cela a un goût de Sarkozy. Personne ne devrait être surpris. Au second tour, cependant, il paraît difficile d’imaginer qu’il passe, avec le PLR qui s’est retiré comme prévu et le PDC qui s’est invité dans la course. Mais il faut dans le même temps avoir à l’esprit que Pierre Maudet, désormais certain de compter, est plus déterminé que jamais.

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Fotokredit: Wikimedia CC 4.0

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Jonas Follonier
Jonas Follonier

Jonas Follonier ist Chefredakteur von «L’Agefi» und Essayist sowie Gründer und Vorsitzender von «Regard Libre».

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