Céline Zufferey auf den Spuren einer vergessenen Pionierin
Die Schweizer Schriftstellerin Céline Zufferey © Francesca Mantovani / Gallimard
Sie sorgte für Aufsehen, als sie mit nur 25 Jahren ihren ersten Roman bei Gallimard veröffentlichte. Treffen Sie die Walliserin Céline Zufferey, die diesen Frühling ihr zweites Werk veröffentlicht hat, wieder...
Chez elle, la valeur n’a pas attendu le nombre des années. A 32 ans, la Valaisanne Céline Zufferey a publié ce printemps Nitrat, son deuxième roman. Ce livre propose une plongée dans les premiers temps de l’histoire du cinéma. Comme pour son premier ouvrage Die Möbel retten im Jahr 2017, Nitrat erschien in der renommierten «Collection Blanche» von Gallimard, zusammen mit Monstern der französischen Literatur, darunter Nobelpreisträger wie Clézio oder Modiano.
Wir treffen die Künstlerin in der Küche des Familienhauses in Granges, in der Nähe von Siders. Die Schriftstellerin, die mittlerweile in Lyon lebt, nutzt einen Besuch in der Schweiz anlässlich des Internationalen Literaturfestivals in Leukerbad, um ihre Eltern zu besuchen. Und auch wenn das Treffen mit einer Journalistin diesen intimen Moment beeinträchtigt, scheint sie sich deswegen nicht zu grämen.
Man muss sagen, dass Céline Zufferey gerne über ihre Bücher spricht. «Man ist beim Schreiben sehr einsam. Und so möchte man seine Arbeit mit anderen teilen, und das geschieht zum Zeitpunkt der Veröffentlichung», erklärt sie, während sie an ihrer Teetasse nippt. Die Freude über die Begegnung mit den Lesern ist umso größer, als seit der Veröffentlichung von Rettet die Möbel.«Für mich ist jeder Roman der letzte. Wenn ich mit dem Schreiben eines Romans fertig bin, weiß ich nie, ob ich es schaffen werde, einen weiteren zu schreiben», bemerkt Céline Zufferey. «Ich habe lange gebraucht, um ein Thema zu finden, das mir am Herzen liegt und bei dem ich das Gefühl habe, dass es sich lohnt, darüber zu sprechen».
Eine vergessene Pionierin
Das Leben der ersten Regisseurin der Filmgeschichte, Alice Guy, ist ein Thema, über das es sich zu sprechen lohnt. Eine Frau, die in ihrer Zeit alles erreicht hat: Sie hat Hunderte von Filmen gedreht, war Direktorin bei Gaumont, gründete ihre eigene Produktionsfirma in den USA und verlor alles. Jahrelang versuchte sie, ihre Werke wiederzufinden, ohne großen Erfolg. Dann geriet sie fast völlig in Vergessenheit. «Sie war eine Pionierin, und Pioniere werden oft vergessen, weil sie zu früh angefangen und auch zu früh aufgehört haben», bedauert Céline Zufferey. Die Autorin wählte ihren Titel in Anlehnung an das Zellulosenitrat, aus dem die ersten Filme für das Kino bestanden.
A l’instar de son personnage de Constance, l’auteure s’est passionnée pour Alice Guy, au point de lui consacrer un an de recherches, entre rencontres avec historiens et collectionneurs et visites dans des réserves de films comme celles du CNC, le Centre national français du cinéma et de l’image animée. «Quand on est écrivain, on a une espèce de carte blanche. On peut aller vers des gens et leur dire: « Je m’intéresse à ce que vous faites, est-ce que vous pouvez m’en parler? » En termes d’inspiration, c’était vraiment très riche.»
Das Ergebnis dieser Arbeit ist eine Schnitzeljagd auf der Suche nach einem fehlenden Film von Alice Guy. Doch wie bei einem Krimi liegt das Interesse dieses Buches nicht wirklich im Ausgang dieser Untersuchung. «Als ich dieses Jahr der Recherche zur Filmgeschichte und zu Alice Guy abschloss, sagte ich mir, dass die Recherche an sich schon genug war. Alles, was ich gemacht hatte, lieferte bereits genug Stoff für diesen Roman», erklärt die Autorin.
Schreiben in Freiheit
Die 30-Jährige freut sich, dass sie seitens ihres Verlegers einen sehr großen Freiraum genießen konnte. Gallimard habe sie nie den Drang verspüren lassen, dieses zweite Buch zu veröffentlichen. Sie sagt, sie habe auch nie unter einem persönlichen Druck gelitten, eine Fortsetzung zu einem viel beachteten ersten Roman zu produzieren. «Ich hatte gezeigt, dass ich in der Lage war, einen Roman zu schreiben. Ich hatte mir selbst gezeigt, dass ich in der Lage war, es bis zum Ende durchzuziehen. Ich war verlegt worden. Was blieb, war, weiterzuschreiben».
Ecrire, oui, mais sans recette toute faite. Car Céline Zufferey éclate de rire quand on lui demande comment s’explique sa réussite précoce. Diplômée de l’Institut littéraire suisse à Bienne, la Valaisanne estime surtout avoir eu la chance de rencontrer les bonnes personnes au bon moment grâce à ses études. Elle souligne également la nécessité de rebondir face aux échecs. «Il faut avancer et se dire que ce n’est pas la fin du monde et qu’on trouvera une autre route», estime-t-elle.
Ce deuxième roman en poche, Céline Zufferey avoue ne pas avoir encore songé à l’avenir et à ce qu’il lui réserve. «Ecrire, c’est un peu se jeter dans un trou sans fond. Le saut n’est pas très rassurant. Pour l’instant, je me tiens encore sur le bord et je me demande si je vais sauter ou pas», conclut-elle avec un sourire.
Schreiben Sie der Autorin: [email protected]
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Weiß
Nitrat
Gallimard Verlag
2023
208 Seiten
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