Die erfolgreiche Wiederbelebung des Roman des Romands
L'écrivain suisse Eugène règle ses comptes avec le dictateur roumain Nicolae Ceausescu © Indra Crittin pour Le Regard Libre
Der Goncourt des Lycéens mit helvetischer Prägung, der aufgrund von Umstrukturierungen mehrere Jahre lang nicht stattgefunden hatte, feierte in seiner Ausgabe 2023-2024 ein bemerkenswertes Comeback. Mehr als 700 Schülerinnen und Schüler nahmen an diesem bildenden Literaturpreis teil.
Ein lauter Ruf hallt durch das Gewölbe des Paderewski-Saals in Lausanne. Das altehrwürdige Gebäude des Casino de Montbenon ist an diesem Freitagabend im Januar bis auf den letzten Platz gefüllt, als der 14. Hunderte von Jugendlichen, die sich oft herausgeputzt haben, sind zu diesem Anlass angereist. Und sie begrüßen die Krönung des Lausanner Autors Eugène für sein Buch "Der Mann, der die Welt verändert" mit Jubel und Fußgetrappel. Brief an meinen Diktator, erschienen bei Slatkine.
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Seit knapp 15 Jahren gibt es diesen Literaturpreis. Er wird von Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II verliehen und zeichnet einen französischsprachigen Autor aus der Schweiz mit einem Preisgeld von 15 000 Franken aus, das von der Francis und Marie-France Minkoff-Stiftung gestiftet wird. Die Abschlusszeremonie der Ausgabe 2023-2024 ist somit der Höhepunkt eines Semesters intensiver Arbeit, sowohl für die Lehrkräfte als auch für die Schülerinnen und Schüler. In diesem Jahr lasen rund 40 Klassen aus einem Dutzend Kantonen - das sind mehr als 700 Schülerinnen und Schüler - die sechs im Wettbewerb stehenden Bücher, bevor sie ihre Entscheidung trafen. Die Auswahl war jedoch knapp und jedes Buch wurde hart verteidigt.
Viele Jugendliche freuen sich, dass sie an diesem Abenteuer teilgenommen haben. «Du hast dieses kleine Vergnügen, diese Bücher zu lesen, die alle unterschiedlich sind und dir viele verschiedene Dinge von verschiedenen Orten vermitteln», betont Corentin, Schüler im zweiten Jahr eines Gymnasiums in Lausanne. «Es ist eine tolle Erfahrung, zumindest im Vergleich zum regulären Unterricht. Aufsätze, Textanalysen, das macht nicht so viel Spaß», scherzt er. Sein Mitschüler Samuel schätzte seinerseits einen anderen Leserhythmus als den, den er normalerweise im Unterricht kennt. Für ihn ist das Angebot leichterer und zeitgemäßerer Bücher sicherlich eine Möglichkeit, die Jugend zum Lesen zu ermutigen.
«Wir bewegen uns immer auf einem schmalen Grat»
Nach der Zeremonie atmete die Schöpferin des Roman des Romands, Fabienne Althaus Humerose, erleichtert auf. Die Organisation dieser Veranstaltung ist jedes Mal eine Herausforderung. «Es erfordert viel Arbeit und Nerven aus Stahl. Aber dieses Jahr wurden wir gut belohnt», räumt die Genferin ein, die den Preis seit seiner Einführung im Jahr 2009 mit vollem Einsatz trägt.
Die Ausgabe 2023-2024 hatte einen besonderen Beigeschmack, weil sie beinahe nie stattgefunden hätte. Im Jahr 2021 wollte Fabienne Althaus Humerose das Handtuch werfen, da sie den chronischen Mangel an Mitteln und die fehlende Unterstützung der öffentlichen Körperschaften satt hatte. Sie konnte jedoch von einem neuen Vorstand unterstützt werden und eine Generalsekretärin einstellen. Diese Reorganisation wurde vom Bundesamt für Kultur im Rahmen der nach der Pandemie eingeleiteten Transformationsprojekte unterstützt. Darüber hinaus finanzieren private Stiftungen drei Viertel der Kosten dieser Ausgabe.
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Dank dieser neuen Struktur konnte der Roman des Romands in diesem Jahr mit einer Rekordbeteiligung neu durchstarten. Die Nachfrage war so groß, dass acht Klassen abgelehnt werden mussten. Für das Komitee geht es vor allem darum, den Autoren eine gute Erfahrung zu bieten. Denn jede Klasse trifft sich im Laufe des Herbstes mit zwei Schriftstellern. Für jedes Buch, das in die engere Wahl kam, bedeutete dies rund ein Dutzend Reisen. Die Autoren kamen also an ihre Grenzen. Wenn der Erfolg so weitergeht, denkt die Organisation darüber nach, eine Auswahl zu treffen, wobei sie die Notwendigkeit im Auge hat, eine möglichst breite Repräsentativität in der Jury zu gewährleisten. Doch bevor es soweit ist, bleibt das Geld der Lebensnerv.
Die Teilnehmer der 14. Ausgabe des Roman des Romands sind nun erst einmal am Feiern. Es geht auch darum, den diesjährigen Preisträger Eugène zu Wort kommen zu lassen, der die Arbeit lobt, die von den Schülern geleistet wurde. «Jede meiner zwölf Schulbegegnungen war intensiv und freundschaftlich. In eurem Alter konnte ich nicht so gut über Literatur sprechen wie ihr.
Schreiben Sie der Autorin: sandrine.rovere@leregardlibre.com
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Eugene
Brief an meinen Diktator
Slaktine-Verlag
2022
190 Seiten
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