Ausflug ins Engadin, Nietzsches Inspirationsquelle
Der See von Silvaplana. Foto: Yann Costa für Le Regard Libre
Unser Redakteur tauchte in Graubünden ein und entdeckte die Umgebung, in der Nietzsche in den Sommern 1881 bis 1888 den Kern seines Denkens schmiedete. In dieser wilden Landschaft erschienen die Berge als Schmelztiegel einer inneren Revolution.
Inmitten eines Herbstes mit glühenden Farben gleicht meine Ankunft im Engadin dem Eintauchen in eine andere Welt. Nachdem ich den genialen Vereina-Tunnel durchquert habe, der mein Auto in einem Zug durch die Berge befördert, komme ich in ein Tal, in dem die Natur gleichzeitig rau und märchenhaft ist und ihre Erhabenheit ausstrahlt. Ich stelle mir sofort vor, wie sich Friedrich Nietzsche zu seiner Zeit gefühlt haben muss, als er ohne den Komfort moderner Verkehrsmittel durch diese Landschaft wanderte. Und das aus gutem Grund: Es ist meine Bewunderung für den deutschen Philosophen, die mich seit mehreren Jahren dazu bewegt, diese Ecke der Schweiz besuchen zu wollen.
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