Politik Chronik

Warum der Zivildienst von entscheidender Bedeutung ist

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geschrieben von Marianne Grosjean · 13. November 2025 · 0 Kommentare

La journaliste Marianne Grosjean adresse un message dans chacune de ses chroniques. Ce mois-ci, elle loue l’utilité du service civil, également pour les femmes.

«Servir et disparaître». Un petit rappel à mon conjoint d’origine française de l’adage des politiciens suisses a suffi à lui chauffer la bile. «Sérieusement? En France, ce serait plutôt « profiter et perdurer »…» Evidemment, il faisait moins référence au bal des premiers ministres qu’à la classe politique en général, qui fait «revenir les petits copains en les nommant ministres en douce». Remonté, il a ensuite embrayé sur la défiance des Français envers leur gouvernement, et sur le désamour envers leur pays. Un désamour qu’il vit aussi. S’ils commencent à taxer les Français de l’étranger pour renflouer les caisses de l’Etat, je rends mon passeport», a-t-il asséné lors d’un dîner de famille, entre le saucisson brioché et les escargots.

Persönlich würde es mir etwas ausmachen, nicht mehr Schweizer zu sein. Ich mag die konsensfähigen Dinge - Fondue, Baden in Flüssen, Postautos, die niedrige Arbeitslosenquote und das SBB-Netz - und ich mag auch die Dinge, die man in der Öffentlichkeit nicht so leicht zugeben würde. Zum Beispiel die Tatsache, dass es keinen «cordon sanitaire» zwischen der SVP und den anderen Parteien gibt. Dass die Linke die konservative Partei auch auf harsche Weise kritisieren kann, ohne sie durch ständige Assoziationen mit dem Faschismus beschmutzen zu müssen. Dieser Respekt hindert die SVP und ihre Wählerschaft meiner Meinung nach daran, sich zu radikalisieren, und rundet die Ecken und Kanten ab. In diesem Sinne gefällt mir auch, dass es in unserem Land eine Sendung wie «Weekend entre ennemis» gibt, in der Woke- und Anti-Woke-Persönlichkeiten unter der Leitung von Jacob Berger und Laurence Gemperlé zusammentreffen. Dass die Teilnehmer, die allesamt gegensätzlich sind, beim Fondue die Klingen kreuzen, sich beim Frühstück über die Tränen ihrer Gegner aufregen und sich dann bei der Messe küssen (ja, ja!), das hat es im Reality-TV noch nie gegeben. Können Sie sich das Konzept in Frankreich vorstellen, mit LFIsten und Aktivisten der Generation Zemmour zusammen? Eine Prügelei ist garantiert.

Wie kann man also erreichen, dass die Schweizer ihr Land genauso lieben wie ihre politischen Gegner? Wie kann man verhindern, dass es zu einer zivilen Situation in Frankreich kommt?

Da man besser liebt, was man gut kennt, sollten wir möglichst viele junge Erwachsene mit den Systemen und Menschen der Schweiz vertraut machen. Indem wir zum Beispiel den Zivildienst für Frauen (die für tauglich befunden werden) obligatorisch machen, nach dem Vorbild der Männer, die nicht in die Armee eintreten wollen. Erweitern Sie die Einsatzbereiche über den Gesundheits-, Umwelt- und Katastrophenschutz hinaus: Schicken Sie Zivis zur Hilfe auf dem Bauernhof oder in eine Familie mit kleinen Kindern, die sich kein Au-pair-Mädchen leisten kann, als pflegende Angehörige einer älteren oder behinderten Person. Das alles natürlich in einer anderen Sprachregion und wenn möglich in einem anderen sozialen und geografischen Umfeld: Wer in einem schicken Loft an der Goldküste wohnt, findet sich auf einem abgelegenen Bauernhof in Bourg-Saint-Pierre wieder und umgekehrt.

Dieser Ausflug in eine andere Welt, der exotischer ist als ein europäisches Erasmus-Programm, wäre auch eine Chance für junge Menschen aus dysfunktionalen Familien, eine andere Lebensweise auszuprobieren und vielleicht die Kraft zu schöpfen, ein anderes Modell für ihr Erwachsenenleben anzustreben. Eine Chance für wohlhabende Menschen, die Schwierigkeiten im Alltag weniger wohlhabender Familien zu erkennen und ihr Einfühlungsvermögen und Verständnis für soziale Fragen zu entwickeln. Und schließlich ein Sprachboost für alle und natürlich das Gefühl, seinem Land nützlich zu sein. Kurzum, die Verkörperung des Sprichworts «dienen und verschwinden», eine nützliche Übung für zukünftige Bürger und Politiker des Landes.

Die Journalistin Marianne Grosjean richtet in seiner Kolumne eine Botschaft an unsere Leser.

Sie haben gerade eine Kolumne gelesen, die in unserer Printausgabe erschienen ist (Le Regard Libre N°121).
Marianne Grosjean
Marianne Grosjean

Marianne Grosjean ist Journalistin. Von 2012 bis 2023 arbeitete sie für die Tribune de Genève.

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