Diese beiden unzusammenhängenden Dramen von unterschiedlichem Ausmaß offenbaren denselben Mechanismus: Jedes politische Lager wählt die Fakten aus, die seine Überzeugungen bestätigen - ein alter Reflex. Was uns beunruhigen muss, ist die Tatsache, dass die Konfrontation zwischen diesen Meinungen nicht mehr stattfindet.
Laut Mark Schelker mangelt es dem Bund an steuerlichen Schlüsseldaten. Der Ökonom plädiert für eine sichere Zentralisierung der Informationen, um die Auswirkungen von Steuerreformen, wie die Erbschaftssteuerinitiative der Jungsozialisten, besser vorhersagen zu können.
Die Kritik an den Eliten bedeutet nicht, sie abzulehnen, sondern setzt gerade voraus, dass man noch an ihre Mission glaubt. Dies gilt jedoch nur, wenn man nicht in eine systematische Opposition verfällt.
Gilles Kepels Gelehrsamkeit muss nicht mehr bewiesen werden. Seine pädagogischen Fähigkeiten und die Freiheit seiner Aussagen ebenfalls nicht, wie die rund 100 Personen feststellen konnten, die am 21. Mai in Lausanne anlässlich einer vom Cercle démocratique «Le Regard Libre" organisierten Konferenz und Debatte dem emeritierten Professor der Universitäten zuhörten.
David Lisnard, republikanischer Bürgermeister von Cannes, hat das gesellschaftliche Zusammenleben zu einem politischen Anliegen gemacht. Seine Überlegungen, die er in seinem Buch «Refaire communauté» (Die Gemeinschaft neu gestalten) niedergeschrieben hat, und seine Aktionen vor Ort zeigen, welche Rolle der Staat in dieser Angelegenheit, die vor allem mit Bildung zu tun hat, spielen kann.
In seinem Essay über das Lachen, der im Verlag Editions de l'Observatoire erschienen ist, untersucht der ehemalige Direktor von «Charlie Hebdo» und France Inter, was uns diese menschliche Kunst über den Wert des Staunens sagt. Lesenswert.
Die Anhänger von Donald Trump und die Wokes scheinen Erzfeinde zu sein. Dennoch offenbaren ihre jeweiligen Einstellungen zur Debatte, zu Institutionen und zur Gesellschaft frappierende Ähnlichkeiten.
Während die Debatte immer polarisierter und personalisierter wird, verteidigt Antoine Vuille die Bedeutung einer strengen Argumentation. Der Philosoph lädt dazu ein, die Laster zu vermeiden, die den Ideenaustausch in der Demokratie schwächen, nicht ohne einigen unangenehmen Fragen aus dem Weg zu gehen.
Politische Korrektheit verleitet dazu, sich auf die Vernunft zu berufen, aber sich nicht der Debatte zu öffnen, während politische Unkorrektheit dazu verleitet, die Debatte zu eröffnen, aber die Vernunft nicht zu berücksichtigen. Zwei Optionen, die abzulehnen sind, da Debatte und Vernunft zusammengehören.