Charles Aznavour erhält den Nikos-Gatsos-Preis 2016

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geschrieben von Jonas Follonier · 25. Dezember 2016 · 0 Kommentare

Blick auf die Aktualität - Jonas Follonier

Diese Woche wurde Charles Aznavour mit dem Nikos-Gatsos-Preis 2016 für Songwriter ausgezeichnet. Der zweiundneunzigjährige Sänger hat über achthundert Lieder geschrieben, was im Vergleich zu anderen Sängern und Komponisten eine sehr hohe Zahl ist. Es ist bekannt, dass nicht die Quantität, sondern die Qualität zählt. Und die Jury unter dem Vorsitz der Sängerin Nana Mouskouri hat sich nicht geirrt: Aznavours Lieder zeugen von einem bemerkenswerten Talent für poetisches Schreiben und musikalische Sensibilität. Mehr noch: Sie definieren einen Stil.

Aznavours Stil besteht zunächst einmal aus einer gewissen metrischen Regelmäßigkeit. Viele seiner Lieder bestehen aus klassischen französischen Versen, d. h. aus Alexandrinern und Achtsilbern, die natürlich hier und da für die Zwecke der Musik arrangiert wurden. Aznavour ist bereits in seiner Generation einer der wenigen, die eine solche poetische Strenge an den Tag legen. Sie sollte in erster Linie als solche gewürdigt werden, aber auch wegen des Vergnügens, das sie beim Hören von Liedern wie Der Toreador, Die Mamma oder die kürzlich Mit einem Hauch von Nostalgie.

Dieser erhabene Titel aus dem Jahr 2015 führt uns zu einem zweiten Merkmal des Stils von Aznavour: der Kunst, die Themen Nostalgie, Melancholie, Zeit und Liebe zu verherrlichen. Diese ewigen künstlerischen Triebfedern, die offensichtlich miteinander verbunden sind, werden von Album zu Album im Repertoire von Charles Aznavour behandelt. Sein Genie zu erkennen bedeutet, sich zu fragen, wie es möglich ist, immer und immer wieder von denselben Themen bewegt zu werden: eine verlorene Liebe, eine Kindheitserinnerung oder auch eine Reflexion über die Zeit, die vergeht.

Wenn wir schließlich ein drittes Markenzeichen des Aznavour eigenen Registers nennen müssten, könnten wir ganz allgemein die Unterordnung der Instrumentierung unter den Text erwähnen. Das Wort, und wir könnten angesichts der christlichen Dimension seines Werks sogar «das Wort» schreiben, ist primordial in den Liedern dieses Meisters des französischen Chansons. Als erster und zugleich wesentlicher Teil zeigt er wie so oft, dass die Herzschmerzen im Herzen der Worte liegen. Und dann ist es an der Musik, ihre Größe zu zeigen.

Schreiben Sie dem Autor : jonas.follonier@leregardlibre.com

Hören Sie Mit einem Hauch von Nostalgie

Jonas Follonier
Jonas Follonier

Bundeshauskorrespondent für «L'Agefi», Singer-Songwriter, Jonas Follonier ist Gründer und Chefredakteur von «Regard Libre».

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