Alexandre del Valle: «Die EU ist ein nicht identifiziertes geopolitisches Objekt».»
Der französische Geopolitiker Alexandre del Valle, dessen Äußerungen oft im Widerspruch zur gängigen Meinung stehen. © Jean Philippe Baltel
Alexandre del Valle, Doktor der Zeitgeschichte mit Schwerpunkt Geopolitik, ist ein produktiver Autor. Sein neuestes Werk „La mondialisation dangereuse“ (Die gefährliche Globalisierung), das er gemeinsam mit dem Geopolitologen Jacques Soppelsa verfasst hat und das 2021 erschien, bietet eine umfassende Bestandsaufnahme der internationalen Lage. Schon lange vor dem 24. Februar enthielt dieses Buch Beobachtungen, die sich seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine bestätigt haben. Für „Le Regard Libre“ hat sich Alexandre del Valle, dessen Analysen oft im Gegensatz zur traditionellen Medienberichterstattung stehen, bereit erklärt, eine Bilanz der geopolitischen Lage in Europa zu ziehen. Seine Antwort gliedert sich in acht Punkte.
1. Die Rolle Europas in der NATOAlexandre del Valle: «In den europäischen NATO-Mitgliedstaaten gibt es sehr unterschiedliche Tendenzen. Abgesehen von Großbritannien und seinen sehr "antikontinentalen" bzw. maritimen globalen Interessen
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