Die Wurzeln der politischen Polarisierung in den USA
Le Regard Libre Nr. 68 - Clément Guntern
Die als erste aller Demokratien bezeichnete Demokratie, deren Verdienste und Stärke so lange gepriesen wurden, scheint heute am Ende ihrer Kräfte zu sein. Die chaotische «Debatte» zwischen Joe Biden und Donald Trump zeugt davon. Die Wurzeln des Übels liegen so tief, dass es ungerecht wäre, die gegenwärtige Situation diesem oder jenem Präsidenten anzulasten. Es liegt an der amerikanischen Gesellschaft als Ganzes, das Übel zu bekämpfen, das sie zerfrisst: die schleichende Polarisierung.
Der US-Präsidentschaftswahlkampf, den wir in diesem Jahr erlebt haben, war, so heißt es, von einer extremen Polarisierung zwischen zwei unversöhnlichen Lagern geprägt – fast so, als stünden sich zwei Länder auf ein und demselben Staatsgebiet gegenüber. Donald Trump scheint auf den ersten Blick der Auslöser dieser Unruhen gewesen zu sein, zumindest ihr Hauptverantwortlicher. Durch seine Schärfe, durch seine Ablehnung jeglicher Kritik und durch seine Missachtung der Institutionen
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