Präsidentschaftswahlen: Die drei politischen Pole in Frankreich und die nützliche Stimme

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geschrieben von Jonas Follonier · 17. April 2022 · 0 Kommentare

Unveröffentlichter Artikel - Jonas Follonier

Welche Lehren lassen sich aus den Ergebnissen des ersten Wahlgangs der französischen Präsidentschaftswahlen ziehen? Vor allem die, dass sich das politische Leben in Frankreich neu um drei große Blöcke herum formiert: Macron, Marine Le Pen und Mélenchon. Die Dynamik der «nützlichen Stimme» kann dies erklären. Aber nicht nur das. Und ein wesentlicher Faktor darf bei der Analyse der Situation nicht außer Acht gelassen werden: Die Anti-Macron-Front könnte in der zweiten Runde stärker sein als das, was von der „republikanischen Front“ übrig geblieben ist. Was die längerfristige Zukunft angeht, ist die klassische Rechte vielleicht doch nicht so tot, wie man sagt.

Emmanuel Macron à 27,9%, Marine Le Pen à 23,2% et Jean-Luc Mélenchon à 22%, bien devant Eric Zemmour à 7%, Valérie Pécresse à 4,8% et Yannick Jadot à 4,6%. Les résultats du premier tour à l’élection présidentielle française font ressortir trois grands gagnants. Cette situation témoigne à la fois d’une confirmation du duel de 2017 pour le second tour, mais aussi d’une reconfiguration des grandes forces du pays. L’espace politique hexagonal se clarifie ainsi autour d’un pôle Mélenchon pour la gauche affirmée, séduisant aussi bien les anti-capitalistes, les écologistes ou les woke; autour de Macron pour le centre social-libéral au sens large, réunissant progressistes de centre gauche et de centre droit; et autour de Marine Le Pen pour les souverainistes, nationalistes et, dans une moindre mesure, conservateurs.

Dieses Spitzentrio kommt nicht von ungefähr. Zum einen gibt es das Phänomen der «taktischen Stimmabgabe»: Die zahlreichen und während des Wahlkampfs allgegenwärtigen Umfragen könnten manche Wähler dazu veranlasst haben, sich für den Kandidaten zu entscheiden, der die besten Chancen hatte, sich gegen den „Feind“ durchzusetzen. Wobei der „Gegner“ für die einen Macron war, für die anderen Marine. Zum anderen sind die Kandidaten, auf die sich die Stimmen konzentriert haben, diejenigen, die am meisten Menschen hinter sich vereinen und die klarsten Positionen vertreten. Was den zweiten Punkt betrifft, traf dies beispielsweise nicht auf Jadot zu und noch weniger auf Pécresse. Zemmour ist ein Sonderfall, denn man könnte ihm nicht vorwerfen, unklar gewesen zu sein (außer vielleicht in Bezug auf Russland). Zweifellos war er kein Kandidat, der die Menschen hinter sich vereinen konnte – ganz im Gegensatz zu dem Bild, das man von Marine Le Pen in diesem Wahlkampf in Erinnerung behalten wird: eine Frau, die nah am Volk ist, auch an den Muslimen, und die ihre Rede auf die Kaufkraft konzentriert.

Der Niedergang der Republikaner ist zu relativieren

Diese Ergebnisse spiegeln zugleich das deutliche Scheitern von Valérie Pécresse von den «Les Républicains» und Anne Hidalgo von der Sozialistischen Partei wider. „Die beiden Parteien, die jahrzehntelang die französische Politiklandschaft geprägt haben, sind tot und begraben“, sagte Natacha Polony, Chefredakteurin von Marianne. Werden wir so weit gehen? Es ist zwar unbestreitbar, dass die klassische Rechte und Linke kaum noch jemanden ansprechen, doch darf man diese beiden Misserfolge nicht gleichsetzen. Nicht so sehr, weil Valérie Pécresse doppelt so viele Stimmen erhalten hat wie Anne Hidalgo, sondern aus zwei anderen Gründen. Erstens wurde der Tod der Republikaner bereits vor fünf Jahren verkündet, was sich in der Realität jedoch nicht bewahrheitet hat. Die Partei verfügt nach wie vor über eine extrem starke regionale Verankerung und die größte Basis von Aktivisten im Land.

Zweitens können sich die 20% Wähler, die 2017 für François Fillon gestimmt haben (der vor dem „Penelope-Gate“ und der Anzug-Affäre sogar als Favorit gehandelt worden war), können und werden sich weder im Lager von Mélenchon noch in dem von Macron noch in dem von Le Pen wiederfinden. Zemmour, beeinflusst von der sehr konservativen und liberalen Marion Maréchal, die sich ihm angeschlossen hat, hat in der ersten Wahlrunde einen Teil ihrer Stimmen auf sich vereint. Doch die gemäßigteren unter den liberal-konservativen Wählern sind nicht bereit, ihm bei seinen populistischsten Ideen für die weitere Entwicklung zu folgen, angefangen bei den Parlamentswahlen. Und angesichts der Annäherungsversuche, die Macron für den zweiten Wahlgang an die Linke unternommen hat, werden sich auch nicht alle diese Wähler der wechselhaften Synthese des Präsidenten anschließen, selbst wenn sie am kommenden Sonntag für ihn stimmen sollten.

Ainsi, quoi que disent ceux que le contraire arrangerait, il reste un espace idéologique entre le macronisme et le zemmourisme. Mais pour que cet espace soit politique, il faudra des personnalités fortes pour l’incarner. Et pour redonner de la consistance aux idées qui continuent de façonner la droite dite républicaine ou gaulliste: le travail, le mérite, la liberté, la responsabilité, le respect de la tradition. David Lisnard, le très en vue maire de Cannes, dans le sillage d’une philosophie tocquevillienne, a d’ores et déjà in einem Tweet angedeutet dass er mit seiner Bewegung «Une nouvelle Energie» die Neugestaltung dieser Rechten anstreben könnte. Wir wollen dies als glaubwürdige Hypothese betrachten. Doch das ist Zukunftsmusik.

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En attendant, il s’agira d’observer ce qui sortira des urnes dimanche prochain. Le match Macron-Marine n’est pas exactement le même qu’en 2017. S’il y avait encore il y a cinq ans un «front républicain», consistant à faire barrage à l’extrême droite, on aura plus de la peine à l’observer cette fois-ci. Le mécontentement à l’égard du président sortant peut composer le véritable front de ce scrutin, unissant déçus de gauche, de droite et d’ailleurs. N’oublions pas qu’un quart des Français n’est pas allé voter le 10 avril. En ajoutant à ces abstentionnistes, qui pourraient cette fois se rendre aux urnes pour exprimer une opposition à Macron, la totalité des soutiens de Marine Le Pen et une part significative des électeurs de Jean-Luc Mélenchon ainsi que d’Eric Zemmour, Marine Le Pen a de réelles chances d’être élue présidente de la République.

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Jonas Follonier
Jonas Follonier

Jonas Follonier ist Chefredakteur von «L’Agefi» und Essayist sowie Gründer und Vorsitzender von «Regard Libre».

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