Wir sind uns alle einig. Wir marschieren alle in die gleiche Richtung. Vereint gegen das Coronavirus. Solidarität einer Menschheit, die angesichts einer angeblich beispiellosen Epidemie zittert. Wir befinden uns im Krieg gegen das Coronavirus. Wir werden mit Hilfe von Masken und Flaschen mit alkoholischem Wassergel und dank des Heldenmuts unserer Ärzte siegen. Amen! Die Welt wird nicht mehr so sein wie früher. #plusnie wieder! Hurra! Die Menschheit erhebt sich in einer beispiellosen Aufbruchstimmung. Schützen wir uns selbst, schützen wir unsere Lieben! Wir sollten uns alle die Hände reichen - äh... nein, pardon! einen Meter Abstand halten und jeglichen Körperkontakt verbieten... -, um eine Barriere gegen den großen Satan zu errichten, der vorrückt, um uns zu töten.
La lente installation d'une tyrannie du brun.
Technologie, Totalitarismus und Freiheit
Laut dem Soziologen Michel Maffesoli, der am 9. März in der Sendung «Face à l'info» sprach, befinden wir uns an der Kreuzung zweier Epochen; vielleicht kehren wir von einer Zeit der Quantität zu einer Zeit der Qualität zurück. Wenn dies der Fall ist, wird das 21. Jahrhundert vielleicht das Jahrhundert des Romans sein, da nur er in der Lage ist, nicht quantifizierbare Wahrheiten auszudrücken. Frédéric Beigbeders Roman «99 francs», der die Tyrannei der Werbung anprangert und die Trilogie um Octave Parango einleitet, lässt sich in vielerlei Hinsicht - und vielleicht überraschend - nach dieser Auffassung von Roman lesen, nämlich der von Milan Kundera.
Anlässlich der Vorstellung des letzten Teils seiner Trilogie über Octave Parango nimmt uns Frédéric Beigbeder mit auf die Spuren dieses literarischen Doppelgängers und verrät uns seine Kritik an der Diktatur des Lachens und seine Leidenschaft für den Roman.
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Big brother is watching you
Hitler als imaginärer Freund