In seinem Leitartikel des Monats setzt Jonas Follonier seine Debatte mit dem Leitartikler Olivier Delacrétaz fort, der in «La Nation» auf sein Plädoyer für einen gemässigten Skeptizismus geantwortet hatte.
Der Skeptizismus behauptet zwei Dinge: Es ist sehr schwierig, die Wahrheit zu erreichen, aber das bedeutet nicht, dass es die Wahrheit nicht gibt. Diese Denkrichtung lehrt die Bescheidenheit, die unsere Zeit braucht.
Die Idee, dass Wissen nie endgültig ist, wurde verfälscht, indem man den Weg für fälschlicherweise als alternativ bezeichnete Wahrheiten ebnete. Könnte es ein Ausweg sein, die ständige Infragestellung zu akzeptieren, die auf der dialektischen Konstruktion der Wahrheit beruht?
Obwohl Genderfragen nur einen kleinen Teil der Bevölkerung betreffen, scheinen sie die öffentliche Meinung zu spalten und sich in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Debatten zu drängen. Es geht dabei um eine zivilisatorische Herausforderung: den Begriff der Wahrheit.
Es mag wie eine banale Phrase klingen, nach dem Motto «Es gibt keine Hitze ohne Kälte», aber der Hinweis darauf, dass es keine Lüge ohne Wahrheit gibt, hat den Vorteil, eine Tatsache auf den Tisch zu bringen, die heute in einigen intellektuellen Sphären zu sehr in Vergessenheit geraten ist: Es gibt die Wahrheit.
Wenn man seine Überzeugungen als Wissen präsentiert, findet man sich sehr schnell dabei wieder, die Fakten zu leugnen. Wenn man zugunsten eines interpretativen Ansatzes auf die Widerlegbarkeit verzichtet, gerät man an den Rand des Absurden, wie die Hervorhebung schwangerer Männer durch die Familienplanung.
Jonas Follonier était l’un des invités du grand débat de «Forum» le 29 mai 2020 sur RTS 2 et la...
Rien de mieux qu'un bon polar pour réfléchir.