Die ländliche Ukraine wird in «When the trees fall» porträtiert»

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geschrieben von Jonas Follonier · 17. Juli 2018 · 0 Kommentare

Neuchâtel International Fantastic Film Festival (NIFFF) - Jonas Follonier

Der Film Wenn die Bäume fallen, Der Film, der letzte Woche im internationalen Wettbewerb des NIFFF gezeigt wurde, beginnt in einem Wald, in dem wir eine Liebesszene zwischen Larysa, der Hauptdarstellerin, und einem Ganoven, in den sie sich verliebt hat, beobachten. Larysas Cousine, ein fünfjähriges Mädchen, wird mitten im Wald ohne jemanden zurückgelassen. Das Verlassenwerden wird eines der zentralen Themen des Films sein, wenn auch nicht die zentrales Thema. Ebenso wichtig ist der Kontext: die ländliche Ukraine, in der es für Frauen unmöglich scheint, aus ihrem patriarchalischen Alltag auszubrechen.

Der erste Spielfilm von Marysia Nikitiuk, die sowohl für das Drehbuch - sie gewann 2016 in Cannes den Preis für das beste osteuropäische Drehbuch - als auch für die Regie verantwortlich zeichnet, hat das Verdienst, diese Realität zu zeigen, diese Dunkelheit zu beleuchten. Im Übrigen bilden Dunkelheit und Helligkeit einen wichtigen Bestandteil der Fotografie in diesem Film. So wie das Pferd, das wie das Licht Freiheit und Emanzipation symbolisiert. Die Dunkelheit hingegen steht für Autorität, Geheimnis, Vergewaltigung, Gewalt, Verbrechen und Blut.

Trotz seines melancholischen Realismus, seiner sozialen Botschaft, der Mischung aus Krimi und Wunder, der Spannung, die er gut wiedergeben kann, und einer überzeugenden Verfolgungsszene, Wenn die Bäume fallen wird wahrscheinlich nicht in Erinnerung bleiben. Was ist der Grund dafür? Der Mangel an Rhythmus, eine leicht vermeidbare, aber immer häufiger auftretende Plage im zeitgenössischen Autorenkino. Es reicht nicht aus, einen interessanten Inhalt zu bieten, man muss auch dafür sorgen, dass der Zuschauer nicht gähnt und so viel Unglück, Hässlichkeit und Weinen auf der Leinwand erträgt.

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Schreiben Sie dem Autor : jonas.follonier@leregardlibre.com

Fotocredit: © NIFFF

Jonas Follonier
Jonas Follonier

Bundeshauskorrespondent für «L'Agefi», Singer-Songwriter, Jonas Follonier ist Gründer und Chefredakteur von «Regard Libre».

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