La Nostra, zum Wohl (oder auch nicht!)

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geschrieben von Jonas Follonier · 26. Oktober 2018 · 0 Kommentare

Die Freitage der Mikrobrauerei - Jonas Follonier

An einem Abend, an dem man durstig ist. An einem Abend, an dem man denkt: «Was für eine tolle Erfindung, die Speisewagen der SBB.» Und dann, wenn man an einem dieser schönen Arbeits- und Degustationstische sitzt, allein - ohne Kinder, ohne Lärm, ohne Sonne, ein Traum - entdeckt man interessiert, dass die neue Karte die Möglichkeit bietet, handwerklich gebrautes Schweizer Bier zu bestellen. Bitte schauen Sie sich die zweite Karte an, die diesen Getränken gewidmet ist.

Aber es gibt keine zweite Karte. Nur ein kleines Schild, das uns auf ein handwerklich gebrautes Bier namens «La Nostra» hinweist, das aus dem italienischsten unserer Kantone, dem Tessin, stammt, genauer gesagt aus der Mikrobrauerei San Martino. Die freundliche Kellnerin - fast alle Mitarbeiter in den SBB-Restaurantwagen sind es, und es ist eine wahre Freude - scheint mir zu bestätigen, dass es tatsächlich das einzige handwerklich gebraute Bier ist, das man in diesen halb beleuchteten Räumen, die den hungrigsten Reisenden vorbehalten sind, bestellen kann. Also gut, gerne, Madame.

Parbleu, sacrebleu, pardi. Was für ein Horror! Ein deutscher Typ - das ist nicht zwangsläufig Ein schlechter Anfang, aber warten Sie auf den Rest - dieses Giftgetränk hat den Gaumen nicht überzeugt, obwohl es den Ruf des «größten Publikums» unserer Redaktion begründet. Einige Beispiele für Mängel, die dieses 5,2% Volumen endgültig zu einem Bier machen, das man meiden sollte: eine Bitterkeit ohne Komplexität, eine fruchtige Farbe, die direkt aus dem Reich des Ungefähren kommt, und vor allem eine scheinbare Leichtigkeit, die in Wirklichkeit nur Charakterlosigkeit ist.

Wenn die SBB mit der Mode geht, kann man ihnen das nicht vorwerfen; wenn sie Schweizer Produkte hervorheben, kann man das nur gutheissen; aber aus Mitleid sollten sie uns diese Farce ersparen, die man kaum zu Ende spielen kann, weil man sich schämt, seine Mitreisenden glauben zu lassen, dass der Durst begrenzt ist, und uns auch nur ein einziges Mal die Gelegenheit geben, uns zu unterhalten. Wahl! Andernfalls dürfen Sie sich nicht wundern, wenn die Kunden weiterhin literweise Industriebier hinunterkippen, das am Ende gar nicht so schlecht ist, wie es aussieht.

Schreiben Sie dem Autor: jonas.follonier@leregardlibre.com

Fotocredit: © Jonas Follonier für Le Regard Libre

Jonas Follonier
Jonas Follonier

Bundeshauskorrespondent für «L'Agefi», Singer-Songwriter, Jonas Follonier ist Gründer und Chefredakteur von «Regard Libre».

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