Aux Brasseurs, wo Brasserie auf Gastronomie trifft
Die Freitage der Mikrobrauerei - Max Moeschler
In der vielfältigen Bierlandschaft der Schweiz nimmt die mittlerweile berühmte Kette «Les Brasseurs» einen Sonderstatus ein. Sie ist Teil des spektakulären Anstiegs von handwerklich gebrauten Bieren, der in den letzten Jahren in der ganzen Schweiz zu beobachten war, und reagiert auf die stetig wachsende Nachfrage nach handwerklich gebrauten Bieren.
Während der Wein schon seit langem seinen guten Ruf und seinen Platz an den erlesensten Tischen neben den besten Gerichten erobert hatte, litt das Bier sehr lange unter einem gesellschaftlich abwertenden und gastronomisch lächerlichen Image – dem eines Getränks für eine wenig gebildete und oft alkoholabhängige Kundschaft, deren Gaumenempfinden und gastronomisches Wissen denen eines primitiven Organismus nahekommen würden. Die Vorstellung, dass ein Bier zu einem hochwertigen Gericht passen und einen echten geschmacklichen Wert bieten könnte, wurde daher von der vorherrschenden gastronomischen Sichtweise und den Diktaten des sogenannten guten Geschmacks pauschal abgelehnt. Doch diese Zeiten sind nun vorbei.
Wie viele Craft-Brauereien entstand auch „Les Brasseurs“ aus der gemeinsamen Leidenschaft einer Gruppe von Freunden, die beschlossen hatten, ihre Kompetenzen zu bündeln, um damit neue Biersorten zu kreieren. Gegründet 1997 in Genf, zu einer Zeit, als die Entwicklung des Craft-Biers noch in den Kinderschuhen steckte, gilt die Brauerei als Vorreiter, insbesondere neben der berühmten Brauerei BFM in Saignelégier, die im selben Jahr gegründet wurde. Ihr wachsender Erfolg führte anschließend zur Eröffnung weiterer Standorte in der gesamten Westschweiz: Die Brauereien in Lausanne (2000), Nyon (2001), Neuenburg (2007) und schließlich Sion (2015) zeugen von einer stetigen Entwicklung über fast zwanzig Jahre hinweg.
In jedem ihrer Lokale bieten „Les Brasseurs“ daher große Klassiker der obergärigen Bierwelt an, die zeitgemäß neu interpretiert und vor Ort gebraut werden. So wie es viele Restaurants mit Wein tun, schlagen „Les Brasseurs“ Bier-Speisen-Kombinationen vor, um den hungrigen Gast zur idealen Kombination zu führen. Diese ganz besondere Aufmerksamkeit für den Genuss und die Harmonie zwischen Bier und Speisen zeugt davon, dass das Bier Einzug in die gnadenlose und faszinierende Welt der Gastronomie gehalten hat.
Das rein aus Malz gebraute Blondbier mit sehr feinem Hopfen eignet sich sowohl als Aperitif als auch als Begleitung zu hausgemachten Rindertartars. Das äußerst erfrischende Weißbier wird mit Koriander und Bitterorangenrinde verfeinert und reiht sich in die Tradition der belgischen Klassiker ein. Das Haus empfiehlt es zudem als Begleitung zu kalten Gerichten oder Sauerkraut. Das Amberbier hingegen besticht durch eine herrlich dunkle Farbe und einen holzigen, stark malzigen und leicht karamellisierten Geschmack. Dank seiner perfekten Ausgewogenheit wurde es bereits mehrfach ausgezeichnet. Es passt hervorragend zu rotem Fleisch oder traditionellen Burgern. Neben diesen Klassikern, die das ganze Jahr über auf der Karte stehen, bietet die Brauerei Spezialbiere wie das „Agave“ (mit Agave und Limette aromatisiertes Bier), das „Bière du lion“ (helles Tripel im Trappistenstil), das „Bras’scott“ (Bier mit Whisky-Malz) und viele weitere Sorten, die das Jahr zu unserer großen Freude bereichern.
Schreiben Sie dem Autor: max.moeschler@leregardlibre.com
Bildnachweis: © Les Brasseurs
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