La Collégiale, eine Brauerei, die schwere Geschütze auffährt
Die Freitage der Mikrobrauerei - Jonas Follonier
Es gibt diese geheimen, intimen Fabriken, die sich in den Untergeschossen eines alten Gebäudes verstecken und ungeahnte Geschmäcker bergen, die nur wenigen Kunden vorbehalten sind. Die Brauerei La Collégiale im Herzen der Altstadt von Neuchâtel bietet Biere mit starken Emotionen an. Dies ist die kleine Entdeckung, die wir Ihnen in diesem Woche.
Die 2016 gegründete Neuenburger Mikrobrauerei La Collégiale ist die Sache von zwei leidenschaftlichen Menschen. Die beiden Freunde, die im Umfeld der Uhrenindustrie tätig sind, haben sich aus Leidenschaft in dieses Abenteuer gestürzt. Sie erwarten keinen Gewinn, außer auf menschlicher Ebene. Der Name «La Collégiale» deutet dies bereits an: «Er verweist natürlich auf die Altstadt von Neuchâtel und ihre Collégiale, die die Umgebung unserer Brauerei bilden, aber es ist vor allem die Idee einer Kollegialität rund um das Bier», erklärt uns Josquin Thiaudière, der das Projekt leitet.
Die Biere von La Collégiale werden daher idealerweise im kleinen Kreis getrunken. Obwohl die Biere in der Stadt im Laden «Au grain d'orge», in der «Suky-lounge» und im Botanischen Garten verkauft werden, liegt die Arbeit der Brauerei nicht in der Steigerung des Umsatzes, sondern in der Suche nach neuen Geschmacksrichtungen. Die Idee dahinter ist, jeden Monat ein anderes Bier zu präsentieren. Le Regard Libre, und so weiter. Das Ziel? Den Kunden so viele verschiedene Erfahrungen wie möglich zu bieten«, sagt Josquin.
Einige Varianten werden dem einen oder anderen Kunden besser schmecken, andere weniger. Dennoch haben sich fünf Rezepte von La Collégiale als große Favoriten herauskristallisiert. Da ist zunächst das «3 céréales», ein helles Tripelbier mit einem Alkoholgehalt von 7.5%, das bei den Swiss Beer Awards 2017 die Goldmedaille gewann. Ein weiteres starkes Blondes, das «Hogdson», setzt im Mund Noten von exotischen Früchten frei. Hinzu kommen zwei dunkle Biere, «Les Flandres» und «La Straffe», mit schokoladigen Aromen, die nach belgischer Art hergestellt werden. Das zweite, mit einem Preis von sage und schreibe... 12%, ist das Lieblingsgetränk unseres Gesprächspartners. Das «A.A.A.» schließlich ist von amerikanischen Bieren inspiriert und bietet ein Geschmacksambiente ganz im Zeichen von Zitrusfrüchten und Süße.
Es gibt also verschiedene Herstellungsmethoden, die aus Belgien, den USA oder Deutschland importiert werden. Die Zutaten sind ebenfalls vielfältig und bringen lokale Ressourcen zur Geltung. Vor allem aber folgt das Collégiale einem zumindest riskanten Credo: der Kompromisslosigkeit. «Wir zielen gerne auf Biere mit starken Charakteren ab, bis hin zu experimentellen und sauren Bieren». Dann macht sich das logischerweise auch beim Alkoholgehalt bemerkbar. «Damit ein Bier geschmacksintensiv ist, muss es im Prinzip auch malzhaltig und damit alkoholhaltig sein.»
Pädagogik, das ist die zweite Motivation von La Collégiale. Auch wenn sie sich nicht als Experten betrachten, sind sich die beiden in Neuchâtel ansässigen Brauer bewusst, dass die Kunden gerne Neues entdecken und sich Wissen in diesem Bereich aneignen möchten. Das alles geschieht in einer Atmosphäre des Teilens und der Geselligkeit. Das Lernen beginnt übrigens ganz einfach mit der Verkostung. So wissen Sie, was Sie zu tun haben, wenn Sie in Neuchâtel zu Besuch sind. Wie Rabelais in Das sehr schreckliche Leben des großen Gargantua, «, »icelluy ouvrans en certain lieu, signé, au dessus, d'un goubelet à l'entour duquel estoit escrit en lettres Ethrusques: HIC BIBITUR". Hier muss man trinken.
Schreiben Sie dem Autor : jonas.follonier@leregardlibre.com
Fotocredit: © Brasserie La Collégiale
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