Galanterie, Machismo und Gleichgültigkeit

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geschrieben von Jonas Follonier · 22 April 2019 · 1 Kommentar

Galantheit gilt heute als sexistisch, zumindest nach Ansicht einiger Feministinnen. Ihrer Meinung nach verbirgt sich hinter dieser französischen Form des männlichen Umgangs mit Frauen eine sexistische Sichtweise. Genauer gesagt, eine Weltanschauung, nach der der Mann die Frau als schwaches und zerbrechliches Wesen behandeln muss.

Eine Höflichkeitsform unter vielen

Nun ist Galanterie aber nur eine Form der Höflichkeit unter vielen. Sie steht daher logischerweise im Gegensatz zu ungeschliffenen Verhaltensweisen wie Machismo oder Unzivilisiertheit. Was einem auffällt, wenn man in Lausanne oder Paris mit der U-Bahn fährt, ist nicht die Machismo böse, weiße, cis-geschlechtliche, westlich orientierte Männer der Rechten. Sondern ganz einfach der mangelnde Höflichkeit ein paar «Ouesh Ouesh», die immer zahlreicher werden. Diejenigen, die ihre Beine ausstrecken und dabei auf die benachbarten Sitze übergreifen, gekleidet in ihre Trainings unerträglich.

Wir sollten also nicht das Falsche ins Visier nehmen. Die Galanterie, die üblicherweise von Menschen mit sanften Sitten praktiziert wird, ist ein Verhaltenskodex. Wie jeder Kodex ist auch dieser willkürlich (er regelt hier die Pflichten des einen Geschlechts gegenüber dem anderen). Aber wie jeder Kodex ermöglicht er auch, gerade weil’… ob es willkürlich ist, die sozialen Beziehungen durch die Einführung eines Harmonieprinzips zu besänftigen.

Was ist schlimmer: die Galanterie, die immer mehr verschwindet, oder die Unhöflichkeit, die sich immer weiter ausbreitet?

Natürlich ist es zulässig, bestimmte Regeln der Höflichkeit zu hinterfragen, wie beispielsweise die, dass ein Mann vor seiner Partnerin ein Restaurant betreten soll. Solche Diskussionen sind sogar interessant. Dennoch scheint es dringender zu sein, die Unhöflichkeit insgesamt zu bekämpfen und dabei nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten. Wir sollten die Höflichkeit, die eine Form des guten Benehmens ist, nicht angreifen. Denn diese geht verloren.

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Es liegt an uns, zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln die Augen zu öffnen, wenn wir schreckliche Szenen von Unhöflichkeit oder im schlimmsten Fall sogar von Belästigung miterleben. Die Freiheit aus dem Bericht ging hervor, dass immer mehr Busfahrer nachts nicht mehr schlafen und aufgrund der Unhöflichkeit einiger Fahrgäste sogar kündigen. Wir dürfen nicht gleichgültig bleiben, sondern müssen diese Respektlosigkeit verurteilen! Das ist unsere Verantwortung.

Schreiben Sie dem Autor: jonas.follonier@leregardlibre.com

Bild: © Nicolas Locatelli für Le Regard Libre

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Jonas Follonier
Jonas Follonier

Bundeshauskorrespondent für «L'Agefi», Singer-Songwriter, Jonas Follonier ist Gründer und Chefredakteur von «Regard Libre».

1 Kommentar

  1. 1011-art
    1011-art · 09. Januar 2024

    In den meisten Fällen sind wir von Galanterie noch sehr weit entfernt … Ein kleiner Kommentar zu Ihrem Artikel: ein Werk mit dem Titel «Phallokratie» zum Thema der sozialen, kulturellen und symbolischen Dominanz, die Männer über Frauen ausüben. Unbedingt anschauen: https://1011-art.blogspot.fr/p/phallocratie.html

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