Sind Sie auf einem Smartphone?

Laden Sie die App Le Regard Libre aus dem PlayStore oder AppStore herunter und genießen Sie unsere App auf Ihrem Smartphone oder Tablet.

Herunterladen →.
Nein danke
Startseite » «Jojo Rabbit»: ein fanatischer und lustiger kleiner Nazi

«Jojo Rabbit»: ein fanatischer und lustiger kleiner Nazi4 Leseminuten

von Antoine-Frédéric Bernhard
0 Kommentar

Der junge Johannes Betzler, ein großer Bewunderer des Führers, mit dem er sich einen imaginären Freund gemacht hat, gehört zur Hitlerjugend. Seine Mutter, die Rosie heißt, zieht ihn allein auf, während sie Widerstandsaktionen durchführt. Eines Tages hört Jojo Geräusche im oberen Stockwerk. Zu seinem Erstaunen entdeckt er, dass seine Mutter eine junge Jüdin namens Elsa Korr versteckt. Einige Zeit später wird Rosie, die von der Gestapo verhaftet wurde, auf einem öffentlichen Platz gehängt. Aus dieser Situation ergibt sich der Rest des Films in einem Oszillieren zwischen Krieg und Freiheit, Humor und Drama, Unschuld und Indoktrination.

Ein abwechslungsreicher Film

Jojo Rabbit will in erster Linie eine Komödie sein. Taiki Waititis Film steht in diesem Sinne in der großen Tradition der komischen Filme, die sich mit dem Zweiten Weltkrieg befassen. Der Humor, der oft bis ins Absurde gesteigert wird, sorgt für einige gute Lacher im Kinosaal. Die Charaktere werden karikiert und Situationen übertrieben dargestellt. Diese Arbeit mit Klischees ermöglicht es, den Schrecken der beschriebenen Situationen geschickt darzustellen und gleichzeitig eine leichte und unterhaltsame Seite zu bewahren. Leider wird der Humor durch die Übertreibung manchmal schwerfällig und grob. Einige Szenen, die mit einem Humor von schlechter Geschmack, Die meisten Menschen, die sich in der Schule nicht wohlfühlen, hinterlassen ein unangenehmes Gefühl der Leere.

Über die Komik hinaus erkundet der Film mehrere Bereiche. Zunächst einmal die Szene, in der Jojo auf Elsa trifft. Auf erstaunliche und ungeschickte Weise verwendet der Regisseur die Codes des Horrorfilms. Die Lücke zwischen dieser Szene und dem Rest des Films lässt einen an der Relevanz dieser Wahl zweifeln. Dies gilt umso mehr, als diese Szene so gut wie nichts zum Verständnis des Films beiträgt.

Ein ernsthafter Hintergrund

An zweiter Stelle und mit viel mehr Geschick erkundet Taiki Waititi das Genre des Dramas. Der Tod der Mutter wie auch die Revolte des Jungen, der versucht, Elsa zu töten, lassen einen nicht gleichgültig. Dank dieses Dialogs zwischen Humor und Drama spricht der Film sehr interessante Grundthemen an.

Eines der Hauptthemen, die in dem Film behandelt werden, ist die Indoktrinierung von Jugendlichen in der Hitlerjugend. Die Szenen im Lager zu Beginn des Films sind zweifellos die interessantesten. In der Spannung zwischen Komik und Horror wird die wahre Tragödie der Indoktrinierung der deutschen Jugend zur Vorbereitung auf den Dienst für den III.. Reich. Man lacht minutenlang, aber man lacht über Kinder, die lernen, anzugreifen, zu töten, kurzum, für ein Regime Krieg zu führen, dessen Untaten wir heute kennen. Ist das nicht seltsam? Wie auch immer, der Rahmen des Films ist abgesteckt, der Zuschauer muss sich positionieren.

Hitler als Freund

Während des gesamten Films hat Jojo den wohl seltsamsten aller imaginären Freunde: Adolf Hitler. Dieser Freund ist Jojos ideologisches Gewissen, eine Art faschistisches Über-Ich. Er ist auch derjenige, der Jojo in schwierigen Situationen unterstützt, der ihm Hoffnung und Kraft gibt, so wie der Führer in Person, die dem gesamten deutschen Volk in den 1930er Jahren Kraft und Hoffnung gab.

Jojo ist zunächst ein echter «Fanatiker», doch im Laufe der Geschichte und seiner Beziehung zu Elsa emanzipiert er sich nach und nach von der ihm eingetrichterten Ideologie und tötet schließlich seinen imaginären Freund. Die Figur Hitlers ist sehr interessant, da sie veranschaulicht, wie faschistische Indoktrination aussehen konnte. Sie dient auch der tragischen Konfrontation zwischen der Unschuld der Kindheit und der Barbarei des Totalitarismus. Happy End fast romantisch.

Zum Schluss, Jojo Rabbit ist auf jeden Fall sehenswert. Auch wenn er nicht überwältigend ist, so ist er doch berührend und witzig. Er wirft sehr interessante Fragen auf, wenn auch auf leichte Weise, aber ist das nicht ein wichtiger Teil der Erinnerungsarbeit?

Schreiben Sie dem Autor: antoine.bernhard@leregardlibre.com

Bildnachweis: © Twentieth Century Fox

Das könnte Sie auch interessieren

Einen Kommentar hinterlassen