Die Lektion von Jean d'Ormesson
Jean d'Ormesson in Paris
Le Regard Libre Nr. 35 – Jonas Follonier
«Das ganze Glück der Welt liegt im Unerwarteten», schrieb ein Mann, der durch seine Fähigkeit zum Staunen tief bewegte. Dieser Mann war Jean d’Ormesson, dessen Tod im Dezember seltsamerweise unerwartet kam.
Man hätte sich tatsächlich darauf vorbereiten müssen, noch mehr als auf den Tod von Johnny Hallyday am nächsten Tag. Aber das war nicht möglich; Jean d’Ormesson und die Freude, die er ausstrahlte, waren zu sehr Teil unseres Alltags geworden, als dass wir uns eine Welt ohne sie hätten vorstellen können.
Dennoch überkommt uns kein Unglück. Nein, auch wenn ein paar Tränen unsere Fernsehbilder trüben mögen, scheint Jean von dort oben auf uns herabzuschauen und uns mit einem Lächeln und seinen himmelblauen Augen zu verstehen zu geben, dass es nichts nützt, zu jammern, und dass das Leben schön ist, selbst unter den schlimmsten Umständen.
Jean d’Ormesson hatte den Mut, dieses Credo zu vertreten, obwohl sein privilegierter Status dies als unangebracht hätte erscheinen lassen können. Sowohl in Fernsehsendungen als auch in seinem literarischen Werk ist er uns als Scherzkeks in Erinnerung geblieben, der eine tiefgründige Lebensweisheit vermittelte.
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Bildnachweis: © Laurent Bleuze / RTS
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