Etikett: Analyse
Vom «Wir» zum «Ich»: Der Selbstmord der amerikanischen Linken

Vom «Wir» zum «Ich»: Der Selbstmord der amerikanischen Linken

LONG FORM ARTIKEL, Antoine Bernhard | Um die Ideologie zu verstehen, die derzeit an einigen Universitäten herrscht, muss man einen Blick auf die jüngere Geschichte der USA werfen, wo diese Ideologie ihren Ursprung hat. Im Jahr 2017 wurde der rätselhafte Donald Trump für vier Jahre als Präsident der größten Macht der Welt vereidigt. Heute ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Zwar sind sich alle Medien darin einig, Trumps katastrophale Politik zu verurteilen, doch nur wenige analysieren den Kontext, der den Triumph eines neuen amerikanischen Populismus ermöglicht hat. Dreißig Jahre lang hat sich die Linke auf ein zunehmend individualistisches und antirepublikanisches Ideal zurückgezogen und dabei die Notwendigkeit einer echten politischen Vision missachtet. Dies hat der linke Intellektuelle und Professor an der Columbia University Mark Lilla in seinem 2018 erschienenen Buch «Die identitäre Linke» analysiert.
Trump war kein Fehler der Geschichte

Trump war kein Fehler der Geschichte

LONG FORMAT ARTIKEL, Clément Guntern | Jetzt, da sich Donald Trumps Amtszeit dem Ende zuneigt, stellt sich die Frage: Was wird er der Geschichte seines Landes als Erbe hinterlassen? Seine Persönlichkeit und seine politischen Handlungen mögen schockiert oder beeindruckt haben, aber er setzt einen Trend fort, der schon seit langem besteht: die nationale Uneinigkeit und den internationalen Niedergang der USA.
Der bilaterale Weg - seit jeher eine Sackgasse

Der bilaterale Weg - seit jeher eine Sackgasse

LONG FORMAT ARTIKEL, Clément Guntern | Als die Schweiz Anfang der 2000er Jahre den bilateralen Weg einschlug, glaubte sie, eine Form des Zusammenlebens mit ihrem europäischen Nachbarn gefunden zu haben, die gewinnbringend und auf die schweizerischen Besonderheiten zugeschnitten sein würde. Dieser Weg war jedoch von Anfang an in Wirklichkeit eine politische Sackgasse. Er ist es bis heute geblieben und lässt sich durch eine Reihe von Mythen erklären, die in unserem Land tief verwurzelt sind. Um aus dieser Sackgasse herauszukommen, liegt es am Schweizer Volk, endlich ein europäisches Projekt zu haben. Ein Akt, der Mut und Bescheidenheit erfordert und unsere nationale Identität stärken würde.
Hinter dem Begriff der Souveränität das Ende der Naivität

Hinter dem Begriff der Souveränität das Ende der Naivität

Das Jahr 2020 brachte nicht nur eine Pandemie mit unermesslichen Auswirkungen mit sich, sondern auch die Rückkehr oder vielmehr die Wiedergeburt eines Begriffs, der als veraltet, ungeeignet oder sogar gefährlich galt: Souveränität. Innerhalb weniger Monate ist das Thema wieder in den Mittelpunkt gerückt. Doch ein anachronistisches Vokabular verstellt den Blick auf das, was wirklich auf dem Spiel steht: nicht der Rückzug der Nationen auf sich selbst, sondern die Fortsetzung einer ausgewogenen Regulierung der Globalisierung.
Die Wurzeln der politischen Polarisierung in den USA

Die Wurzeln der politischen Polarisierung in den USA

Die als erste aller Demokratien bezeichnete Demokratie, deren Verdienste und Stärke so lange gepriesen wurden, scheint heute am Ende ihrer Kräfte zu sein. Die chaotische «Debatte» zwischen Joe Biden und Donald Trump zeugt davon. Die Wurzeln des Übels liegen so tief, dass es ungerecht wäre, die gegenwärtige Situation diesem oder jenem Präsidenten anzulasten. Es liegt an der amerikanischen Gesellschaft als Ganzes, das Übel zu bekämpfen, das sie zerfrisst: die schleichende Polarisierung.
Das Kino und die Shoah: Ein Blick auf den Schrecken

Das Kino und die Shoah: Ein Blick auf den Schrecken

«Die Shoah hat dem 20. Jahrhundert eine entscheidende Krise ins Herz geschrieben, die es unwiderruflich geprägt hat. Das Kino war die Kunst des 20. Jahrhunderts», schreibt Jean-Michel Frodon. Es ist daher verständlich, dass die siebte Kunst heute einen wesentlichen Teil der Auseinandersetzung mit dem Holocaust darstellt. Jeder Film zu diesem Thema führt zu Polemiken, Kontroversen und Debatten, aber er wirft einen neuen Blick auf das unergründliche Geheimnis der Shoah, der Vernichtung des Menschen durch den Menschen. Welche starke Verbindung besteht zwischen dem Film und der Shoah? Und inwiefern veranschaulichen oder bedingen Filme eine einzigartige Beziehung zu diesem Ereignis?
Kontinent der Hoffnung, Kontinent der Ängste

Kontinent der Hoffnung, Kontinent der Ängste

Während in Afrika noch immer eine Rekordarmutsrate herrscht, könnte sich eine andere Zukunft abzeichnen. Die internationale Gemeinschaft, die oft zwischen Zuversicht und Pessimismus in Bezug auf das Land hin- und hergerissen ist, muss die Grenzen ihrer Maßnahmen erkennen und sie auf andere Prioritäten umstellen.