Laut dem Schriftsteller und Mäzen Metin Arditi, der den Essay «Das elfte Gebot» veröffentlicht hat, verstößt die Rhetorik von Jerusalem als «Hauptstadt Israels und aller Juden» gegen die jüdische Tradition. Schlimmer noch, sie schafft Antisemitismus. Treffen in Genf.
ENTRETIEN LONG FORMAT, Jonas Follonier | Er ist frei, Moix. Und vor allem ist er von der «romantischen Wahrheit» beseelt, die er in genialer Weise mit sensiblen, harten, tragischen und witzigen Sätzen ausstrahlt. Wer sonst ist dazu in der Lage als ein Meister der geplanten Improvisation? Yann Moix, ehemaliger Kolumnist der von Laurent Ruquier moderierten Sendung «On n'est pas couché» auf France 2 und ehemaliger Moderator seiner Sendung «Chez Moix» auf Paris Première, ist auch ein Kind des Fernsehens, das seine verbale Verve gerne in den Dienst einer intimen und anspruchsvollen Erkundung der Menschen, der Bücher und der Welt stellt. Man hatte mich gewarnt: «Er ist ein bisschen exotisch». Diese Erfahrung hat sich bei diesem Interview bestätigt, das beinahe nicht zustande gekommen wäre. Der Schriftsteller, Regisseur und Fernsehkolumnist spricht für Le Regard Libre über seine «schrecklichen Jahre» in seinen Zwanzigern, die Stadt Reims in den 80er Jahren und den Antisemitismus, in den er sich damals verstrickte. Zwei Jahre nach seiner Polemik im Zusammenhang mit seiner Familie, die er nicht mehr als solche bezeichnet, erläutert einer der besten zeitgenössischen französischen Autoren, was er unter «romantischer Wahrheit» versteht.
Die Qualen perinataler Trauer in Pieces of a Woman«
Ist der wegen Antisemitismus verurteilte und nun wegen Rassismus angeklagte Polemiker wirklich ein typischer ultrarechter Denker? Ist in seinem Brei nicht auch ein bisschen links? In einer Zeit, in der der Progressivismus manchmal totalitäre Züge annimmt, stellt sich die Frage nach der Definition von Extremen.
«Der Schmock» ist ein Sharing
Die Lesung von Pascal Couchepin, Episode #1
Antisemitismus wird fast überall auf der Welt bekämpft. Besonders in Frankreich, wo er mit der Kollaboration in Verbindung gebracht wird. Niemand bezeichnet sich selbst als Antisemit. Auch nicht diejenigen, die solche Äußerungen machen.
Philip Roths Dystopie malt das Leben in einem Amerika, das antisemitisch geworden ist. Die veränderte Geschichte zerbricht unsere Gewissheiten und weckt eine Angst, die bis dahin in uns geschlummert hat.
Le Regard Libre Nr. 38 - Jonas Follonier «Im beliebten 19. Arrondissement von Paris machen die Juden die bittere Erfahrung, dass sie...