Vergessen wir nicht, dass wir sterblich sind
Über diese Pandemie ist schon alles gesagt worden. Ein Drama, eine Geißel, eine Katastrophe, schlimmer noch: eine «Tragödie»! In der unaufhörlichen Flut von Informationen wird das Katastrophenvokabular zum Dauerbrenner. Die Wörter verlieren ihren Sinn und damit ihre Funktion: uns zum Denken zu bringen, uns dazu zu bringen, das Richtige zu tun. Trotzdem bleibt die Frage: Welche Krise haben wir?
Nein, diese Pandemie ist keine Tragödie. Ganz einfach, weil sie kein Theaterstück ist! Nichts ist im Voraus geschrieben. Das Szenario des Coronavirus existiert nirgends. Dennoch ist diese Krise tragisch. Sie erinnert uns mit aller Macht daran, dass wir sterblich sind. Auf dem Höhepunkt der Krise reichte in einigen Regionen Norditaliens die Zeit nicht mehr aus, um die täglich steigende Zahl von Toten zu bestatten, und aus Ecuador erreichten uns Bilder von den mit Leichen übersäten Straßen Guayaquils, der zweitgrößten Stadt des Landes;
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