Gewählt und virtuell, das Schweizer Volk entmythologisiert von François Walter
François Walter gehört zu einer Generation von Historikern, die sich mit der kritischen Analyse nationaler Mythen befasst. Foto: Nicolas Brodard
Der Universitätsprofessor, Autor einer kanonischen Geschichte der Schweiz und jüngster kommentierter Spaziergänge in seiner Reihe «Au fil de l'histoire suisse», empfängt Le Regard Libre nur wenige Schritte von den mittelalterlichen Stadtmauern Freiburgs entfernt.
Im Zuge der kulturellen Wende in der europäischen Geschichtsschreibung hat sich eine Generation von Historikern an die kritische Analyse nationaler Mythen und kollektiver Vorstellungswelten gemacht, mit dem Ziel, das, was bisher als natürlich oder zeitlos dargestellt wurde, zu kontextualisieren. François Walter ist einer derjenigen, die sich mit den Gründungserzählungen der Schweiz befasst haben. Interview.
Le Regard Libre: Wie ist die Idee des «Volkes» in der Schweiz zu verstehen?In der Schweiz ist der Begriff besonders heikel. Ursprünglich bezeichnete «das Volk» die gesamte Gemeinschaft.
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