Die Schweiz mag keine Helden, vor allem nicht ihre eigenen. Das ist an sich nicht schlimm. Es sei denn, es läuft darauf hinaus, den Einzelnen aus der Geschichte auszuschließen und damit Gefahr, sie unverständlich zu machen. In diesem Sinne täte dieses Land gut daran, sich seine großen Figuren wieder anzueignen.
Unter dem Deckmantel der Inklusion und der sozialen Gerechtigkeit opfern die Universitäten allzu oft die wissenschaftliche Strenge der Ideologie. Der Historiker Olivier Moos ist der Ansicht, dass diese Entwicklung ihre eigentliche Aufgabe gefährdet: die Aufklärung der Realität, anstatt Ursachen zu dienen.
Chateaubriand spricht die Jugend nicht mehr an. Die politische Wirkung seiner Schriften war im 19. Jahrhundert jedoch enorm, so dass er lange Zeit als einer der Leuchttürme einer rebellischen Jugend galt. Sein Stil, der heute abschreckend wirkt, ist nicht ganz unschuldig daran.
Wenn der Führer einer Nation vorschlägt, ein fiktionales Werk zur Erziehung von Schülern auszustrahlen, ist es an der Zeit, sich zu fragen, ob es richtig ist, sich bei der Gestaltung unseres Verhältnisses zur Realität darauf zu verlassen.
Es gibt keine Harmonie ohne Melodie. Letztere ist in der Musik das Erste, und der englische Begriff tune hilft, ihr sowohl klangliches als auch semantisches Wesen besser zu erfassen.
In diesem Monat versucht unser Kolumnist, das wachsende Desinteresse des westlichen Publikums an den Produktionen des Unterhaltungsriesen anhand der Werke des Journalisten und Soziologen Siegfried Kracauer zu verstehen.
Ist die Galanterie ein Instrument zur Unterwerfung der Frau? Jennifer Tamas, Expertin für französische Literatur des 17. Jahrhunderts und Autorin eines kürzlich erschienenen Essays zu diesem Thema, ist der Meinung, dass dies nicht der Fall ist.
Die grüne Politikerin, die wegen ihrer Flugreise auf die arabische Halbinsel in Aufruhr geraten war, zollte unfreiwillig den Gedanken des amerikanischen Historikers Christopher Lasch, Autor von «Der Aufstand der Eliten» (1994), Tribut.
Remake, Prequel, Sequel, Spin-off: Diese Neologismen sind dem heutigen Publikum nur allzu vertraut. Im Kino oder auf Plattformen werden Filme und Serien mit den Rezepten der Vergangenheit wiederverwertet.