Marx lesen, um den Kapitalismus zu legitimieren
UNSPECIFIED - CIRCA 1865: Karl Marx (1818-1883), philosopher and German politician. (Photo by Roger Viollet Collection/Getty Images)
«Man kann argumentieren, dass die Reformfähigkeit der kapitalistischen Regime zum Teil Marx selbst zu verdanken ist», fragt sich Raymond Aron in seiner berühmten Vorlesung über den Marxismus von Marx, die er Anfang der 1960er Jahre an der Sorbonne und ein Jahrzehnt später am Collège de France hielt und die 2002 von Jean-Claude Casanova beim inzwischen verstorbenen Verlag Editions de Fallois veröffentlicht wurde. Ist Aron in seiner üblichen Ironie gefangen? Oder sollte man sich fragen, ob hinter dem provokativen Aphorismus nicht nur die tiefe Bewunderung des großen französischen Liberalen für den Gründervater des «wissenschaftlichen Sozialismus» zum Vorschein kommt, sondern auch eine Warnung an diejenigen, die den Kapitalismus als Beruf analysieren oder praktizieren?
Dans son cours, Aron ne ménage pas ses critiques envers Marx, le prophète qui se complaît dans des affirmations rarement démontrables, l’écono
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