Fiktion - echte Mythomanie oder falsche Paranoia?
Die Suche nach der Wahrheit wird zu einer intimen Angelegenheit. Foto_ Quentin Perissinotto für Le Regard Libre
Die Fantasie ist ein fruchtbarer Boden, aus dem die unterschiedlichsten Zweige entspringen. Die Romane von Marie Mangez und Benjamin Stock, die beide zum Beginn des literarischen Herbstes erschienen sind, handeln davon, wie die Fiktion in unser Leben gleitet, und zwar mit ganz gegensätzlichen Verrücktheiten.
Die im Abstand von einem Tag erschienenen Romane von Marie Mangez und Benjamin Stock greifen ein entscheidendes, wenn auch überstrapaziertes Thema der Literatur auf: die Macht und die Geheimnisse der Fiktion. Diese beiden Bücher, die abwechselnd die Realität herausfordern und sich von ihr emanzipieren, stellen nicht die grundlegende Frage nach der Rolle der Fiktion, sondern danach, was sie in ihrem Kielwasser mit sich führt – wie das Netz eines Fischkutters, das mitten auf dem Meer ausgeworfen wird, den Meeresgrund aufwirbelt und alles mit sich zieht, was sich ihm in den Weg stellt. Auch wenn beide Texte die Grenze zwischen Realität und Fiktion ausloten und dabei den Auftrag der Erfindung hinterfragen wollen, verfolgen sie doch sehr unterschiedliche Ziele.
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