Die Besonderheit des modernen politischen Denkens
Bis zum Ende des Mittelalters ging es in der Politik vor allem darum, wie man die bestehende Ordnung organisieren konnte, eine Ordnung, deren Grundlagen nicht in Frage gestellt wurden. Unsplash
Das Aufkommen der Moderne hat das politische Denken grundlegend verändert. Da die Vorstellung einer göttlichen Bestimmung der politischen Ordnung verschwunden war, rückte die Frage nach der Legitimität jeglicher politischer Organisation der Gesellschaft in den Mittelpunkt.
Die mittelalterliche gesellschaftliche und politische Ordnung wurde vor allem durch das Nebeneinander zweier Mächte geprägt: der geistlichen und der weltlichen, mit anderen Worten des Reiches und der Kirche. Die Klärung des Verhältnisses zwischen geistlicher und weltlicher Sphäre innerhalb der göttlichen Ordnung nahm einen großen Teil der mittelalterlichen politischen Debatten ein: Sind beide Mächte rechtlich gleichgestellt? Haben die geistliche und die weltliche Macht jeweils einen eigenen Zuständigkeitsbereich? Erhält der Kaiser seine Autorität vom Papst – in welchem Fall er dem Willen der Kirche unterworfen ist – oder direkt von Gott? Dies sind einige der Fragen, über die diskutiert werden konnte.
Der ambivalente politische Charakter des EgDieser Inhalt ist unseren Abonnenten vorbehalten.