Politik Analyse

Germaine de Staël, die Vergessene des liberalen Denkens

8 Leseminuten
geschrieben von Olivier Meuwly · 21. November 2024 · 0 Kommentare

Als Tochter der Aufklärung machte sich Germaine de Staël natürlich den liberalen Diskurs zu eigen. Sie entwickelte ihn jedoch weiter, indem sie ihn mit der Idee der Nation verband, die die Romantik ihrer Zeit widerspiegelte und die der Liberalismus schließlich mit dem Konzept des Nationalstaats zähmte.

Nicht, dass Germaine de Staël, die Tochter von Jacques Necker, keinen festen Platz im Pantheon des europäischen Liberalismus hätte. Ihre Verbindungen zu Benjamin Constant, ihr intellektueller Einfluss von ihrem Rückzugsort in Coppet aus sowie ihre Feindseligkeit gegenüber Bonaparte sind bekannt und hatten ihr bei den Liberalen einen guten Ruf gesichert. Dennoch beruhte ihr Nachruhm eher auf ihrem berühmten Scharfsinn, ihrem unermüdlichen Einsatz für den verehrten Namen ihres Vaters, ihrem Roman „Corinne“ und möglicherweise ihrem Werk „De l’Allemagne“.

Zwar ist bekannt, dass Constants Werke seiner Geliebten viel zu verdanken hatten, doch war es schwierig, ihren Einfluss wirklich einzuschätzen, fa

Dieser Inhalt ist unseren Abonnenten vorbehalten.

Wenn Sie ein Konto haben, loggen Sie sich ein. Ansonsten entdecken Sie unsere verschiedenen Abonnements und erstellen Sie ein Konto ab CHF 2.50 im ersten Monat.
Olivier Meuwly
Olivier Meuwly

Olivier Meuwly ist Jurist und Historiker, Spezialist für das helvetische 19. Jahrhundert und die politischen Parteien in der Schweiz. Er trägt als Gast der Redaktion zum Regard Libre bei.