In der Schweiz soll es einen «systemischen Rassismus» geben. Dies ist zumindest die Meinung des Bundes, der einen Bericht zu diesem Thema veröffentlicht hat. Laut Olivier Delacrétaz, Redakteur bei «La Nation», könnten die Auswirkungen dieses Postulats, das sich auf keinerlei Beweise stützt, kontraproduktiv sein.
Seit einigen Jahren nehmen Klimaaktivisten regelmäßig den öffentlichen Raum als Geisel. Dass diese Art des Handelns in der Bevölkerung auf wenig Gegenliebe stößt, scheint für sie kein Problem zu sein: Sie geben selbst zu, dass sie nicht zusammenbringen wollen.
Es wird oft über die internen Angelegenheiten des Vatikans gesprochen, weniger über seine Tätigkeit auf internationaler Ebene. Dabei kann die Diplomatie des Heiligen Stuhls auf das effizienteste Netzwerk der Welt zurückgreifen, um ihre ganz besondere Mission im Konzert der Staaten zu erfüllen.
Recep Tayyip Erdoğan, der seit mehreren Jahren auf der Suche nach internationaler Anerkennung ist und gerade als Präsident der Republik Türkei wiedergewählt wurde, führt sein Land auf den Weg einer zweideutigen Außenpolitik.
Die Neutralität, ein Erbe aus der Zeit der Großmachtkämpfe im 19. Jahrhundert, konnte der Schweiz helfen, die Kriege des folgenden Jahrhunderts zu überstehen. Seither hat es das Land jedoch versäumt, seine Außenpolitik auf eine neue doktrinäre Grundlage zu stellen.
In der Schweiz besteht zunehmend die Tendenz, die Neutralität durch unklare Adjektive und durch eine Annäherung dieses Begriffs an Verteidigungsbündnisse zu relativieren. Dies zeugt von Wankelmütigkeit und mangelndem Geschichtsbewusstsein.
Am 28. Februar 2022 überraschte die Schweiz mit dem Beschluss, ihrerseits die EU-Sanktionen gegen Russland umzusetzen. Diese faktische Aufgabe einer gewissen Neutralität hat eine Krise des politischen Diskurses, insbesondere auf höchster Ebene, ausgelöst. Analyse.
Neutralität war nie einer korsettartigen Definition unterworfen. Das zeigt sich in ihrer gesamten Geschichte. Sie hängt vom Wohlwollen der anderen Mächte ab und erhält ihren Sinn nur, wenn man bereit ist, sie im Kontext des jeweiligen Augenblicks zu verstehen.
Tom Clancys Zukunftsroman «Roter Sturm» und Francis Fukuyamas Essay «Das Ende der Geschichte und der letzte Mensch», die im Abstand von sechs Jahren veröffentlicht wurden, stehen in einem krassen Gegensatz zueinander: Auf die Angst vor einem Weltkrieg folgt die Euphorie über einen Sieg der Demokratien. Auch Fukuyama erzählt auf seine Weise von einer unerfüllten Zukunft.