Rousseaus Schriften ebneten zwar den Weg für eine Literatur der intimen Erziehung, prägten aber auch die stereotype Vision des Hauslehrers, die die französische Literaturlandschaft bis zu Stendhal beherrschte.
Im Zeitalter der Slogans und der flüchtigen Aufmerksamkeit setzt sich der kurze Satz durch. Er ist knallig, schlagkräftig und verkaufsfördernd. Doch es gibt Räume, die sich dagegen wehren. In den Windungen der Literatur holt die Sprache wieder Luft.
Seit Flaubert sind Liebesszenen im Auto zu einem Klassiker der französischen Literatur geworden. Die Art und Weise, wie Proust sich bei der Beschreibung von Sexualbeziehungen von diesem Verfahren inspirieren ließ, lässt den Nutzen und die Grenzen der berühmten Droschken-Szene erkennen.
Jeden Monat nimmt unsere Literaturkritikerin ein Werk unter das Kaleidoskop, um die Bilder, die es projiziert, zu sammeln und ihre Beugung wiederzugeben. Dabei kann es vorkommen, dass sich Geniestreiche als Glassplitter erweisen.
Chateaubriand spricht die Jugend nicht mehr an. Die politische Wirkung seiner Schriften war im 19. Jahrhundert jedoch enorm, so dass er lange Zeit als einer der Leuchttürme einer rebellischen Jugend galt. Sein Stil, der heute abschreckend wirkt, ist nicht ganz unschuldig daran.
Diejenigen, die an Morands schwarze Legende glauben, erinnern sich nur an seinen Antisemitismus, während diejenigen, die an seiner goldenen Legende festhalten, vor allem seinen Kosmopolitismus loben. Die Ausblendung einer dieser beiden Dimensionen seiner Persönlichkeit erweist sich jedoch als vergeblich.
Julien Hervieux, der unter dem Pseudonym L'Odieux Connard bekannt geworden ist, hat den Slogan «Qu'il est bon d'être mauvais!» geprägt. In seinem neuen Buch nimmt er die größten Schurken der Geschichte genüsslich auseinander.
Pauline Toulet liefert einen skurrilen und die literarische Welt kritisierenden Debütroman, in dessen Mittelpunkt eine verrückte Figur steht, die mehr auf Marabus steht als auf ihre Zeit. Der es jedoch nicht geschafft hat, mich in seinen Bann zu ziehen.
Nach der Lektüre von Philippe Collins «Le Barman du Ritz» wird es nicht mehr harmlos sein, an diesem Pariser Hotel vorbeizugehen. Denn während der Besatzungszeit servierte Frank Meier, der «beste Barkeeper der Welt», unter dem Gelächter der Nazis, in einem kontrastreichen Theater aus Champagner und Krieg.